Anmeldungen für den Besuch des Gymnasiums im Schuljahr 2012/2013: Freitag, 10. Feb. 10:30 bis 14:00 Uhr und von Montag 20. Feb. bis Freitag, 2. März jeweils von 7:00 bis 13:30 Uhr im Sekretariat, 1. Stock Wir freuen uns auf Ihr Kommen!
aktuelle Termine:
6. Februar: Letzter Tag der Leistungsfeststellung im ersten Semester 8. Februar: Semesterkonferenz 10. Februar: Ausgabe der Schulnachricht (in der letzten Unterrichtsstunde) Semesterferien in der Woche vom 13. bis 17. Februar
News:
Die Abgabe von nicht mehr gebrauchten Handysim Rahmen der JRK-Aktion ist im Sekretariat immer noch möglich!
Zahlreiche Aktivitäten am BG/BRG Zell am See wurden in den letzten Wochen auch in den Medien dokumentiert! Wir freuen uns über die anerkennende Berichterstattung!
Salzburger Nachrichten: Schüler aus aller Welt vernetzen sich
Pinzgauer Nachrichten: Eiswette
Pinzgauer Nachrichten: Zivilcourage stärken
Pinzgauer Nachrichten: Zivilcourage stärken
Pinzgauer Nachrichten: Drogenrichter schockte mit Votrag junge Leute
Aufklärung. Junge Leute über die Gefahren der Drogen informieren, das ist eine der Aufgaben des Drogenrichters Helmut Wlasak. In Zell am See sagte er 300 Schülern im Alter zwischen 14 bis 16 Jahren was Sache ist, unverblümt und schockierend.
Erwin Simonitsch Zell am See. Der Turnsaal des Gymnasiums wurde zum Gerichtssaal. „Es gibt fixe Spielregeln, es spricht nur einer: der Richter oder der Gefragte, für alle anderen ist Sendepause“ – Helmut Wlasak ist Strafrichter, seit 24 Jahren bei der Justiz. Zuvor war er Gendarm. „Ich habe alles erlebt, was unter Vollscheiße durchgeht“, so der Grazer, der auch die Sprache der Jugendlichen spricht.
Wlasak kennt Zell am See. Er beobachtete nach seiner Ankunft den Straßenverkehr: „Ich habe mich 15 Minuten zu einem Kreisverkehr gestellt: Sieben Leute fuhren ohne Gurt, 16 haben telefoniert.“ Der Motorradfreak ist selbst vor Jahren von einem telefonierendem Autofahrer abgeschossen worden. Ein halbes Jahr war er im Krankenstand. Das Ganze kostete 400.000 Euro. „Der Autofahrer hatte nur das Glück, dass er nichts getrunken hatte“, sagte Wlasak und gab zu verstehen: „Wenn du säufst und verletzt einen, sitzt du – und die Versicherung zahlt nicht. Das weiß aber keiner in Österreich.“
Jugendliche hätten keine Ahnung auf was sie sich oft einlassen, so der Richter. „Ihr seid in einer kritischen Phase eures Lebens, Eltern lieben diese Phase: die Pubertät.“ In dieser Zeit der latenten Orientierungslosigkeit seien Drogen eine Gefahr. Mancher Jugendliche wolle damit sein schwaches Selbstbewusstsein aufbauen. Doch Selbstbewusstsein mit Hilfe der Chemie ergebe einen negativen Kreislauf. „Du löst dein Problem nicht mit Bier“, so Wlasak, und exzessivem Drogenkonsum folge ein anderes Problem: „Gehirnzellen wachsen nicht nach.“
Der Drogenrichter kennt solche Fälle zur Genüge, betreut manche Betroffene im Rahmen eines Hilfsprojektes. „Der Kurt hat sich das Gehirn zerstört, checkt nix mehr“ – durch langjährigen Alkohol- und Haschischkonsum. In einem anderen Fall habe ein 16-Jähriger seinem jüngeren Bruder eine Überdosis LSD gegeben. Seither sei dieser ein „Tschopperl“, die Eltern fix und fertig. Der Ältere breche unter dieser Last immer wieder zusammen. Wlasak ist oft Gast der Gerichtsmedizin, informiert sich über Todesursachen: „Acht Liter Bier und Kiffen, dann bist du tot – das Sicherheitssystem des Gehirns schaltet aus.“
Besonders perfide sei Ecstasy (Speed), sagt Wlasak. Das kriege man in Discos in unzähligen Formen. „Zusammengemischt wird das von Wapplern, die irgendwas verwenden. Streckungsmittel – ein Drittel ist Waschpulver. Rattengift, Strychnin, ist immer dabei.“ Es sei kein Wunder, dass Konsumenten alle möglichen Krankheiten aufreißen. Ein Bursch habe drei, vier Tabletten Speed geschluckt – „sein Rücken war ein einziger Eiterherd.“
Wie Drogen auch transportiert werden, schilderte Wlasak ungeschönt: „Kuriere schlucken mit Drogen gefüllte Präservative. Eines ist so groß wie ein Handy. Der Rekord liegt bei 48 Präservativen, die einer im Magen hatte.“ Die Entsorgung sei äußerst unappetitlich – „wie ein Einlauf“. Wlasak warnte auch vor flüssigem LSD und K.-o.-Tropfen. „Passt auf. Es wird keiner zu etwas gezwungen, also lernt mit dem Begriff Eigenverantwortung umzugehen, werdet erwachsen.“
Rainer Hochhold, Direktor des Gymnasiums, appellierte im gleichen Sinne an die jungen Leute. „Ich wünsche allen, dass ihnen dieser Vortrag etwas gebracht hat und die Eigenverantwortung greift.“ Man sah viele nachdenkliche Gesichter, der Vortrag zeigte Wirkung. Einen Wunsch schickte Richter Wlasak nach: „Ich hoffe, dass wir uns dienstlich nie sehen.“
Die Unsicherheit stand den jungen Leuten ins Gesicht geschrieben. Sie wussten nicht, wie sie auf den Drogenrichter reagieren sollten. Er ging den geraden Weg, ohne Umschweife und Beschönigungen schilderte er seinen Alltag. Dieser ist nicht gerade lieblich. Vor ihm stehen Kriminelle, Drogendealer, Drogenkonsumenten – darunter viele Jugendliche. 348 zwischen 14- bis 18-Jährige waren es im Jahr 2008, die in Graz im Häfen gelandet sind, sagt der Drogenrichter. Beinahe jeden Tag ein Jugendlicher.
V or Gericht versuchen viele junge Leute, dem 51-jährigen Richter etwas aufzutischen. „Sie haben keine Ahnung, wissen nicht was sie tun und was das für Folgen hat“, sagte Richter Helmut Wlasak dazu. Er betonte auch, dass in vielen Fällen jungen Leuten ein Ansprechpartner fehlt. „Sie brauchen jemanden, mit dem sie offen reden können.“
Wenn der Gesprächspartner aber der Richter ist, ist schon etwas passiert. Um das zu vermeiden, braucht es klare Worte in einer Welt, die so komplex ist für Jugendliche wie niemals zuvor.
Globalisiert. Pinzgauer Schüler werden mit Kollegen aus Uganda, Indien, den USA und zahlreichen anderen Ländern an einem Projekt arbeiten.
Anton Kaindl
Zell am See (SN). Das Internet macht es möglich. Im Gymnasium Zell am See wird eine Netzwerkklasse eingerichtet. Dabei sitzen die Klassenkameraden nicht in der Nachbarbank, sondern in Frankreich, Uganda, Südafrika, Alaska, Thailand oder Litauen.
Die Schüler sollen auf die Anforderungen der modernen Berufswelt vorbereitet werden und jederzeit mit Partnern aus aller Welt zusammenarbeiten können. „Dabei gilt es, zahlreiche Hindernisse wie Sprachbarrieren oder die Zeitverschiebung zu bewältigen“, sagt Administratorin Gabriele Jauck, die das Projekt gemeinsam mit ihrem Kollegen Peter Wittner koordiniert. „Die Schüler sollen den kulturellen Hintergrund und das Schulsystem der Partner kennenlernen. Aufgabe wird es sein, Lernunterlagen auszutauschen und eventuell anzupassen.“ Und vielleicht entstehen auch Kontakte, die weiter gepflegt werden.
Im Unterricht ist diese internationale Vernetzung Neuland. Deshalb wird zuerst einmal eine intensive Testphase gestartet. Bis zum Ende des laufenden Schuljahres werden Lehrer aus Österreich und Deutschland alles ausprobieren. „Das wird von den Universitäten Trier und Saarbrücken begleitet“, sagt Jauck. „Im Herbst fangen dann die Schüler an.“ Zunächst arbeiten nur deutschsprachige Schüler zusammen. Ein Jahr später kommen die Partnerschulen aus der ganzen Welt dazu. Die Kontakte zu diesen Schulen bestehen bereits. „Eine Netzwerkklasse soll aus 24 Schülern bestehen, je drei bis vier aus jeder Schule.“
Das grundlegende Werkzeug für die Netzwerkklasse ist die „Lernwelt“, eine internationale Internetlernplattform. In der „Lernwelt“ werden Unterrichtsmaterialien und Übungen zu sämtlichen Teilbereichen aller Fächer gesammelt. Sie sind allen Schülern und Lehrern der teilnehmenden Schulen kostenlos zugänglich. Derzeit sind etwa 30 Schulen aus Österreich und Deutschland beteiligt. Aus Salzburg sind neben Zell am See auch das Gymnasium Saalfelden und das BG Hallein dabei. „Etwa 30.000 Lernressourcen aus allen Fächern sind bisher verfügbar“, sagt Gabriele Jauck. „Wir sind überzeugt davon, dass das eine gute Sache ist. Es kann hier leicht jeder Schüler individuell gefördert werden und genau das bekommen, was er braucht.“
Daneben dient die „Lernwelt“ auch zur Schulorganisation. Jede Schule, jede Klasse und wenn gewünscht auch jeder einzelne Schüler hat darin einen eigenen Bereich, in dem zum Beispiel Schularbeitstermine oder alle Hausübungen verzeichnet werden.
Die Zeller veranstalten seit 20 Jahren IT-Seminare für Salzburger Lehrer. Auch an der Etablierung der „Lernwelt“ war das BG/BRG Zell am See maßgeblich beteiligt. „Wir waren eine der ersten Schulen in Österreich“, sagt Jauck. „Früher stand auch der Server in Zell am See. Aber wir schafften es nicht mehr. Ich habe dann bei einer Tagung Kollegen aus Deutschland kennengelernt, die es auch verwenden. So entstand eine Kooperation. Jetzt steht der Server im Saarland.“
Prävention. Gewalt ist an Schulen stets latent vorhanden. Am Zeller Gymnasium setzt man auf Vorbeugung und das „we4you“-Team.
Erwin Simonitsch
Zell am See (PN). Aggressionen gibt’s in jeder Gruppe. Auch an Schulen. „Daher ist es wichtig, dass wir vorbereitet sind und richtig reagieren können“, sagt Rainer Hochhold, Direktor des BG/BRG Zell am See. Noch besser sei es, präventiv zu wirken. Das macht das Team „we4you“. Es besteht aus 15 Vertrauensschülern, vier Vertrauenslehrern und der Psychologin Anja Wagner, die alle zwei Wochen für einen halben Tag an die Zeller Schule kommt.
„Ich habe im Jänner begonnen, führe jetzt vor allem Gespräche mit Lehrern um Informationen über die Strukturen an der Schule zu bekommen“, sagt Wagner. Sie setzt sich auch in Klassenzimmer, beobachtet die Schüler im Unterricht. Facebook kann auch zur Mobbingwaffe werden Es gelte die Gymnasiasten für gewisse Themen zu sensibilisieren, so Wagner. Etwas sei sehr aktuell. „Das Internet.“ Das beobachtet auch Gertraud Salzmann, sie ist Vertrauenslehrerin und seit 20 Jahren am Zeller Gymnasium. „Facebook liegt im Trend und über dieses werden Konflikte auch in die Schule getragen.“ Diverse Einträge könne man als Mobbing bezeichnen. Schülern sei nicht bewusst, dass sie sich damit in einem Graubereich bewegten.
Ziel von „we4you“ ist es, einen möglichst konfliktfreien Schulalltag zu gestalten und eine positive Lehr- und Lernatmosphäre zu schaffen. Potenzielle Streitpunkte gebe es viele. Bei Mädchen spielen Modefragen eine große Rolle, bei Burschen der Sport. „Wegen Eishockey ist es schon zu Ortsstreitereien gekommen“, sagt Hochhold. Zugenommen habe die Anzahl verhaltensauffälliger Schüler. Diese suchten Opfer.
Jemand, der im Bus lese, oder jemand der zuhause keinen Computer habe, könne zum Gespött werden.
Die Fähigkeit, Konflikte selbst zu lösen, habe deutlich abgenommen, meint Salzmann. „Viele sind Einzelkinder, die in der Familie keine Ansprechpartner haben.“ Und Kinder aus Kleinfamilien neigten eher zu „ausgeprägter Individualität“, so Hochhold. Für neue Probleme – wie sie etwas über Internet entstehen – brauche es neue Lösungsstrategien. Deshalb nahm man das Angebot des Landesschulrates über die Mithilfe einer Psychologin an. Anja Wagner: „Es geht darum, Techniken für Konfliktlösungen zu erlernen. Es ist wichtig, den Schülern Mut zu machen, sie zu stärken. Sie sollen nein sagen lernen, wenn jemand anderer ihre persönliche Grenze überschreitet, wenn körperlich etwas wehtut, wenn sie psychischen Schmerz erleiden.“
Hochhold: „Es geht um Zivilcourage. Das heißt, nicht wegschauen, wenn etwas passiert, sondern einschreiten und helfen. Oder Hilfe in Anspruch nehmen: bei Vertrauensschülern, Vertrauenslehrern oder professionellen Stellen.“ Speziell bei Süchten sei das wichtig, betont Salzmann: „Essstörungen sind immer ein Thema. Das wird von Mitschülern bemerkt. Da ist es gut, wenn diese das melden.“ Für die physische und psychische Gesundheit der Schüler werde in Zell viel gemacht. Am Programm stehen Punkte wie Ernährung, Gesundheit und Selbstverteidigung. Für die neuen Schüler gibt es seit Beginn des Schuljahres ein spezielles Angebot: Jede 1. Klasse wird von einen fixen „we4you“-Team betreut.
Speziellen Anlassfall für die intensive Präventionsarbeit gebe es keinen, betont Direktor Hochhold. Man wolle vorbeugen, denn in jeder Gruppe finde sich jemand, der verbal oder mit körperlicher Gewalt ans Ende der Hackordnung gestellt werde. Als bemerkenswert stuft Hochhold ein, dass „der Bereich Ausländer und Migranten keine Probleme verursacht“. Insgesamt sind 480 Schüler und 50 Lehrer am Zeller Gymnasium.
Vergangenen Freitag erlebte das „Eis schneiden“ am Zeller See eine Renaissance: Fritz Sendlhofer schnitt mit alten Sägewerkzeug Blöcke aus der 18 Zentimeter dicken Eisschicht (re. oben). Die eisige Fracht wurde im Anschluss in modernste Wärmedämmung „eingepackt“. … Mit dieser Aktion will das „Klimabündnis Salzburg“ auf die Effektivität von Dämmstoffen hinweisen. Bilder: SWBRINEK