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Dienstag,
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Stellungnahmen zu Funktion bzw. Bedeutung des Lesens

Aus dem Grundsatzerlass Leseerziehung des BMUK vom 25.3.1999:

 

Lesen fördert den Erwerb und die Verwendung von Sprache in ihrer Funktion als Medium des Denkens, des Informationsaustasches und der Gestaltung von Beziehungen. Dadurch hat das Lesen zentrale Bedeutung für die individuelle Entwicklung im kognitiven, emotionalen, sozialen, kreativen und pragmatischen Bereich und schafft Grundlagen für selbstbestimmtes und selbstorganisiertes Denken, Bewerten und Handeln im privaten, beruflichen und öffentlichen Leben.

 

Funktionen des Lesens:

 

1. Informationsbeschaffung

Lesen ermöglicht eine Auswahl und Verarbeitung von Informationen und komplexen Inhalten, fördert das selbstbestimmte und selbstbewusste Zugehen auf und das Umgehen mit Informations- und Kommunikationsmedien und bietet Lösungsansätze für lebenspraktische und berufliche Aufgabenstellungen.

2. Ich-Erfahrung
Lesen schafft Freiräume, entlastet vom Alltagsdruck, vermittelt (vor allem bei poetisch.fiktionaler Literatur) Freude und Vergnügen, fördert Kritik-, Urteils- sowie Entscheidungsfähigkeit, trägt zum Aufbau persönlicher und kultureller Identität bei, stärkt das Selbstbewusstsein und leistet damit einen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung.

3. Kommunikationsfähigkeit
Lesen ist ein Dialog über zeitliche und räumliche Distanzen hinweg, es fördert Selbst-, Sozial- und Sachkompetenz, schult Denk-, Ausdrucks-, Kommunikations- und Handlungsfähigkeit, erschließt Kulturgut und Wissen und fördert vernetztes Denken.

4. Kreativ-konstruktive Tätigkeit
Leserinnen und Leser gestalten den Sinn eines Textes durch ihre individuelle Lesart und damit ihre subjektive Weltsicht aktiv mit und schulen ihre Phantasie und Kreativität.

 

 

 

Peter Härtling:

 

"Bücher können das Leben nicht ersetzen. Aber mit Ihnen kann man zurückgewinnen, was schon aufgegeben scheint. Sie können erzählen, den Kindern erzählen, von dem, was wir uns ausgetrieben haben, um voranzukommen. Sie können uns Helden zurückgeben, Liebende, Geschlagene, Verzweifelnde, Hoffende. Sie können wärmen. Sie können beibringen, wie man zusammen lebt, was Nähe bedeutet. Sie können uns den verfluchten Wohlstandsegoismus austreiben. Sie dürfen und sollen sich aber nicht von unserer beschädigten Wirklichkeit abwenden, sondern sie aufreißen für Rückgewinne und neue Erfahrungen. [...] Die große Literatur ist immer parteiisch für den Menschen gewesen, nicht für den Mächtigen, sondern für den Ohnmächtigen, für den Suchenden, für den Zweifelnden, den Hoffenden. Also lassen wir Schüler wieder mit Literatur umgehen! Lesen wir wieder mit ihnen. Geben wir ihnen Bücher. Geben wir ihnen Phantasie." (Härtling, Peter: Helft den Kindern, helft den Büchern! München u.a. 1985)


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