Standortbezogenes Förderkonzept des BG/BRG Zell am See Ausgangssituation: Individuelles Fördern stellt ein zentrales pädagogisches und didaktisches Anliegen dar. Schon bisher bemühten sich Lehrerinnen und Lehrer des BG/BRG Zell am See intensiv um die persönliche Betreuung und Beratung. In Klassen mit bis zu 30 SchülerInnen (v.a. in der Unterstufe) stößt aber jeglicher individueller Unterricht an gewisse Grenzen. Dazu kommt, dass (wiederum v.a. in der Unterstufe) Klassen zunehmend inhomogener und „betreuungsintensiver“ werden, der Erziehungsaufwand gegenüber dem Unterricht einen immer größeren Raum einnimmt (aktuelle Studien in Deutschland zeigen, dass z.T. nur mehr ein Unterrichtsanteil von 60 bis max. 90 % erreicht wird). Ein weiterer Aspekt ist, dass sich die Lernkultur vieler Jugendlicher geändert hat (mehr impulsiv handlungsorientiertes statt analytisches Lernen). Eine darauf bezugnehmende Didaktik muss ständig weiter entwickelt werden. Aus all dem wird klar, dass eine individuelle Förderung nicht ausschließlich im Klassenzimmer stattfinden kann, das Lernumfeld und die Lernfreiräume der Schülerinnen und Schüler müssen miteinbezogen werden. Dabei ist aber auch darauf zu achten, dass die zeitliche Belastung für die Lehrerinnen und Lehrer im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen und der persönlichen Belastbarkeit bleibt. Förderungsbedürftige Schülerinnen Leistungsdefizite und damit Förderbedarf entstehen hauptsächlich aus folgenden Ursachen: - SchülerInnen haben unterschiedliche kognitiven Fähigkeiten (Begabungen, Teilleistungsschwächen, Merkfähigkeit, …)
- SchülerInnen haben ein gegenüber den MitschülerInnen geringeres Arbeitstempo
- Auffassungsgabe und Konzentration sind allgemein (z.B. im Klassenverband) oder zeitweise (familiäre Probleme, persönliche Krisen, …) eingeschränkt
- Lernumfang und Lernleistung werden falsch eingeschätzt
- Unterricht wird durch Fehlzeiten versäumt
- Zurückliegender Lernstoff (v.a. aus Vorjahren) wurde vergessen und/oder nicht in ausreichendem Maße verstanden.
Ad 1) Eine Übung, eine Anleitung kann mehrmals durchgearbeitet werden, ein Verständnis des Stoffgebietes auch von leistungsschwächeren SchülerInnen wird dadurch begünstigt. Ad 2) Bei der online-Arbeit bestimmt die Schülerin / der Schüler selbst das Arbeitstempo, der oft hemmende Zeit-Leistungsdruck wird verringert. Ad 3) Aktivphasen können genutzt, Passivphasen vermieden werden, das Lernen kann weitgehend orts- und zeitunabhängig erfolgen. Ad 4) Klare Aufgabenstellung und unmittelbare Interaktivität (Eingabe der Lösungen, oft unmittelbare Rückmeldungen über Fehler und Fehlerquote) geben klare Hinweise auf die tatsächlich erbrachte (und nicht nur vermutete) Lernleistung. Ad 5) Ein eigenständiges Nachholen ist (zumindest in wesentlichen Teilen) auch ohne fremde Hilfe möglich. Ad6) Zurückliegende Lernstoffe (auch aus Vorjahren) können konkret wiederholt, Lücken können geschlossen werden. Weiters: Die Erbringung der Arbeitsleistungen sowie der Lernfortschritt (soweit vorhanden) kann sowohl von den LehrerInnen als auch von den Eltern / Erziehungsberechtigten nachvollzogen und analysiert werden (besonders wichtig bei Beratungsgesprächen!) In dem Verständnis von Förderung wird das Lernen somit nicht nur durch Wissensvermittlung und „Belehrung“ bewirkt, sondern in zunehmendem Maße auch im Wege der aktiven Wissensaneignung! Dabei unterstützt das Förderkonzept alle Schülerinnen und Schüler in der Perspektive des lebenslangen Lernens und kann als Schnittstelle wirken, die den Lernenden hilft, sich in der dynamisch wachsenden Welt der digitalen Information zu Recht zu finden. Für interessierte und besonders begabte SchülerInnen bieten vielfältige, gut aufbereitete und z.T. weiterführende Zusatzmaterialien die Möglichkeit, ihr Wissen zu ergänzen, erweitern und/oder zu vertiefen. Die Ziele des standortbezogenen Förderkonzeptes sind demnach: - zusätzliche bzw. ergänzende Angebote (für Förderungsbedürftige, Begabte, Interessierte, …) zum Unterricht anzubieten
- „best practice Links“ sowie eigene Materialien (als Learning Objects) anzubieten
- SchülerInnen zum verantwortungsbewussten (Internet) und effektiven (PC als Arbeitsgerät) Lernen anzuleiten
- einen Beitrag zu neuen Lernformen zu leisten und Innovationen zu fördern
- Formen des e-Learning zu testen
- mit Plattformen zu arbeiten und Hilfen dazu bereit zu stellen
Das standortbezogene Förderkonzept soll in diesem Sinne auch dazu beitragen: - die Palette didaktischer Szenarien zu erweitern
- Lehr- und Lernprozesse zu flexibilisieren
- Lebensbegleitende Lernprozesse einzuleiten
- Schulgrenzen zu überwinden
(Ziele in Übereinstimmung mit dem ZFL/Uni Salzburg sowie mit Workshops des bm:bwk eLearning Clusters) Neben der Lernplattform können auch Links zu Unterrichts- und Übungsmaterialien oder eindrucksvolle Beispiele von medial aufbereiteten Wissensinhalten und Themen sehr wertvoll sein. Im Internet stehen heute für alle Fächer, zu jedem Lehrstoffkapitel, zu allen Wissensgebieten umfangreiche Materialen zur Verfügung, das Problem ist nicht das Angebot, sondern allein die Auswahl (gibt man bei einer Suche z.B. „Gliedsätze“ ein, bekommt man Hinweise auf über zehtausend Links). Es ist daher nicht notwendig, viele Seiten anzubieten, sondern dabei eine geeignete Auswahl zu treffen. Ein Link zu einer optimalen interaktiven Übungsreihe zur Bildung von Haupt- und Gliedsätzen reicht. Ein Link zu einem guten Verbtrainer in den Fremdsprachen erspart jede (oft in Verzweiflung endende) Internetsuche. Ein Hinweis auf eine für SchülerInnen aufbereitete Seite über die Pyramiden wird mehr LeserInnen finden als eine umfangreiche Linksammlung. Es ist vorgeshen, derartige „best practice“ Beispiele für das Förderkonzept weiter zu sammeln und diese Linksammlung auszubauen.
Für Hinweise und Anregungen sind wir sehr dankbar! |