22.03.2007 | PN; Salzburg (simo, adi). Glaubt man einer Studie einer Lehrerin aus Adnet, wird das Gymnasium der Hauptschule bald den Rang ablaufen. Im Pinzgau wandern [nur; Anm. der HP-Redaktion] 17 % in AHS. Julia Wenger aus Adnet verfasste eine Studie über den Rückgang von Hauptschülern im Land Salzburg. Ergebnis: Der Trend geht Richtung Gymnasium. "Viele Eltern wollen die bestmögliche Bildung für ihre Kinder. Die Matura ist schon beinahe Pflicht", sagt die Lehrerin. Immer mehr Eltern wollen, dass ihre Kinder höherbildende Schulen besuchen. Dort, wo es in der Nähe ein Gymnasium gibt, erleben die Hauptschulen mitunter Einbrüche. In der Stadt Salzburg treten nach der vierten Klasse Volksschule bereits 51,5 Prozent der Schüler in eine AHS über, der Pinzgau hat mit 16,8 Prozent im Bezirksvergleich den geringsten Anteil. Pinzgau:
Kein Trend, aber Tendenz zu AHS "Von einem Trend würde ich im Pinzgau noch nicht reden", sagte Rainer Hochhold, Direktor des BG/BRG Zell am See, "Wir stocken zwar von drei im kommenden Jahr auf vier erste Klassen auf, aber das hat mehr mit starken Geburtsjahrgängen zu tun." 93 Anmeldungen liegen vor, um etwa 15 mehr als bisher. Am BG/BRG Saalfelden gibt es 130 Anmeldungen für die erste Klasse. "Bisher waren es 100 bis 120, also ist schon eine leichte Tendenz abzusehen", sagt Schulleiter Josef Hinterseer. Die beiden Direktoren der einzigen Pinzgauer Gymnasien mit Unterstufe denken, dass bei ihnen die Schülerzahlen künftig leicht steigen - und das bei allgemeinen Geburtenrückgängen, die anderen Schulformen zu schaffen machen werden. Im Innergebirg wird strenger benotet: Hochhold und Hinterseer betonen im Gespräch mit den PN ausdrücklich die "hohe Qualität" der Pinzgauer Hauptschulen. "Viele Eltern haben selbst die Hauptschule besucht, wissen daher, was dort geleistet wird", sagt Hinterseer. Auf einen interessanten Aspekt weist Hochhold hin: "Die Volksschulen am Land benoten wesentlich strenger als in der Stadt." So habe eine Studie erhoben, dass in der Stadt Salzburg jeder zweite Volksschüler die vierte Klasse mit einem Einser in Mathematik abgeschlossen hat. In Zell am See war es nur jeder vierte. Das ließe die ironische Schlussfolgerung zu, dass Kinder der Landeshauptstadt schlauer als Kinder in Zell am See seien. Tatsächlich sei es so, dass im Innergebirg strenger benotet werde - auch deswegen kämen Schüler aus Landgemeinden seltener in Gymnasien. Zudem müsse man die Entfernungen im Pinzgau berücksichtigen. "Wir haben natürlich so gut wie keine Anmeldungen aus dem oberen Oberpinzgau", sagt Hochhold. Bemerkenswert: Dem BG/BRG Saalfelden liegen zwei Anmeldungen aus Unken vor. Dass die Entfernung eine Rolle spielt, kann man an einigen Beispielen ablesen. In Zell am See treten 25 Prozent der VS-Viertklassler ins Gymnasium über, in Kaprun sind es 20 Prozent. Ganz anders ist die Situation in Mittersill und Bramberg, dort wechseln jeweils 100 Prozent in die Hauptschule. Etwas überraschend ist da schon, dass einige junge Unkener oder Loferer den Weg nach Saalfelden oder St. Johann in Tirol auf sich nehmen. "Etwa zehn Prozent unserer Schüler gehen in ein Gymnasium", sagt Direktorin Charlotte Bergner. VS-Zell am See-Direktor Willi Nicka wird oft von Eltern um Rat gefragt. "Ich sage: Priorität haben Neigung, Eignung und Wunsch des Kindes, weniger die Wunschvorstellung der Eltern. Ich lege den Eltern auch die vielen Möglichkeiten eines effizienten Schulabschlusses bis hin zum Studium dar." Die befragten Schulleiter strichen das sehr gute Angebot der Pinzgauer Hauptschulen mit speziellen Schwerpunkten heraus. "Die Hauptschulen sind bei uns schon sehr akzeptiert", betont Pinzgaus Bezirksschulinspektor Klaus Burmann. "Aber man muss die Entwicklung im Auge behalten und dabei aufpassen, dass man die Debatte von einer emotionalen immer auf eine sachliche Ebene bringt."
Quelle LSR f. Salzburg; Pflichtschulen (LSI J.Kallhammer) Übertritte von Volksschulen in HS und AHS; Notestatistik Volksschulen   Noten VS |   Übertritte Statistik |   Übertritte VS-HS-AHS Diagramm |
Quelle: Schulstatistik des BG/BRG Zell am See: Neuanmeldungen am BG/BRG Zell am See für das Schuljahr 2007/08:
Statistik: Heimatgemeinden der ins BG/BRG Zell am See übergetretenen VolksschülerInnen im Schuljahr 2006/07:
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