Stephan Balkenhol Balkenhol gilt als wegweisend in der zeitgenössisch figurativen und darstellenden Skulptur und ist einer der international renommiertesten Künstler Deutschlands. Balkenhol schnitzt seine Figuren nicht, er haut sie mit einem Beitel aus dem Holz und fasst sie in Farbe. Oft aus mächtigen Holzstämmen herausgearbeitet oder als überlebensgroße Skulptur auf Sockeln platziert zeigt Balkenhol mit Vorliebe anonyme Figuren. Männer und Frauen, aber auch Tiere und Pflanzen, die nichts von sich preisgeben, nichts erzählen, nichts repräsentieren. Es sind Einzelfiguren, auch Figurengruppen und als Relief gestaltete, skulpturale Bilder. Balkenhol, der seine Skulpturen gern an ungewöhnlichen Standorten im öffentlich urbanen Raum platziert, konterkariert die Tradition des Monuments, indem er nicht Herrscher, Helden und Denker ehrt, sondern das Durchschnittliche, Banale, Normale und Anonyme zeigt. Seine scheinbar unscheinbaren Gestalten, die keine Emotionen zur Schau stellen, bleiben seltsam abwesend, schwer greifbar, verrätselt und fiktiv. Weder ihr Alter ist konkret schätzbar, noch ist eine benennbare gesellschaftliche Position abzulesen. "Es geht mir im Grunde um ein Konzentrat", sagt Balkenhol. "Ich will alles auf einmal: Sinnlichkeit, Ausdruck, aber nicht zuviel, Lebendigkeit, aber keine oberflächliche Geschwätzigkeit (...). Die Figur soll über sich hinauswachsen, über sich und über andere Dinge erzählen (...)".
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