Der hl. Rupert ist Schutzpatron des Landes Salzburg, der 24. September erinnert an sein Leben und Wirken im 7. und 8. Jahrhundert!
Man geht heute davon aus, dass nach den Wirren der Völkerwanderung um die Mitte des 6. Jh. n. Chr. eine bajuwarische Stammesbildung (mit langobardischen und eigenständigen Elementen) stattfand. Das Christentum setzte sich ausgehend vom Herzogshaus der Agilolfinger bald auch in der adeligen Bevölkerung durch, im Laufe des 7. Jh. erfolgte schließlich auch eine durchgreifende Christianisierung des Volkes.
Eine wesentliche Rolle dabei spielten die fränkischen Glaubensboten Rupert, Emmeran und Korbinian. Als erster kam der hl. Rupert (Hrodbert), damals schon hochangesehener Bischof von Worms am Rhein, am Ende des 7. Jh. nach Bayern.
Von Regensburg, wo er den Bayernherzog Theodo getauft haben soll, begab er sich – vermutlich auf dessen Einladung - nach Iuvavum (Salzburg). Hier erhielt er vom Herzog nicht nur die – keinesfalls nur aus Ruinen bestehenden - Reste der alten Römerstadt Iuvavum, sondern auch einen Großteil der Quellsalinen von Reichenhall, die damals eine Monopolstellung für die Salzproduktion im Ostalpenraum besaßen, sowie fruchtbare Ländereien im Alpenvorland, Traun- und Attergau.
Er errichtete in Salzburg eine erste stattliche Kirche an der Stelle der späteren Dombauten, gründete um 700 die Abtei St. Peter, auf dem Nonnberg - mit seiner Nichte Erentrudis als Äbtissin - ein Frauenkloster und schuf mit der Maximilianszelle im Pongau (Bischofshofen) einen ersten Stützpunkt für die Slawenmission (711/12).
Rupert kaufte – zur Kontrolle des Salzhandels zu Wasser und zu Land - aus eigener Tasche das Dorf Piding im heutigen Bayern, dieser Kauf dürfte auch den Namen „Salzpurch“ bewirkt haben, der in der um 760 verfassten Lebensbeschreibung des hl. Bonifatius erstmals Verwendung fand.
Unser Landespatron entstammte einer fränkischen Adelsfamilie, die vermutlich sogar verwandtschaftliche Verbindungen zu den damals in Bayern als Herzöge regierenden Agilolfingern und zum merowingischen Königshaus hatte. Er soll nach einer in München aufbewahrten Handschrift aus dem Jahr 818 an einem 24. September (um 650) geboren worden sein („natali S. Rupert“). Als sein Todestag gilt der 27. März (vermutlich 718 an „Rupert in den Fasten“), er wird als Heiliger verehrt, wurde allerdings nie heilig gesprochen.Er dürfte kurz vor seinem Tod nach Worms zurückgekehrt sein,seine Gebeine wurden vom hl. Virgil anlässlich der Einweihung des neuen Salzburger Doms - wiederum - an einem 24. September 774 nach Salzburg übergeführt.
Mag. Rainer Hochhold
Literatur:
Friederike Zaisberger: Geschichte Salzburgs. Wien, München 1998; S. 24, 25
Heinz Dopsch: Kirchliche Verhältnisse – Bistümer, Klöster , Pfarrseelsorge; in: Heimat mit Geschichte und Zukunft; Euregio 2004; S. 38f
Fritz Moosleitner: Das Frühmittelalter – Bajuwaren und Romanen in: Heimat mit Geschichte und Zukunft; Euregio 2004; S. 21f
Bilder:
Textbild: Der hl. Rupert mit dem Salzfass in der Hand (upload.wikimedia.org) Teaserbild (Startseite):www.burgenseite.com