BUNDESGyMNASIUM und BUNDESREALGYMNASIUM ZELL AM SEE
im Auftrag des
BUNDESMINISTERIUMS FÜR UNTERRICHT UND KUNST
EINVERSTÄNDNISERKLÄRUNG
ZUR ABGABE VON KALIUMJODIDTABLETTEN AN DER SCHULE
Lieber Eltern!
Kaliumjodidtabletten sind eine wichtige Vorsorgemaßnahme, um Ihr Kind im Falle eines schweren Kernkraftwerksunfalls vor Schilddrüsenkrebs zu bewahren.
Sie haben diese Tabletten vielleicht schon kostenlos in der Apotheke besorgt. Damit können Sie Ihr Kind zu Hause wirkungsvoll schützen, wenn die Gesundheitsbehörden zur Einnahme der Tabletten auffordern.
Sollte im Falle eines Kernkraftwerksunfalls die Alarmierung jedoch während der Schulzeit erfolgen, kann Ihr Kind die erste Tagesdosis bereits in der Schule erhalten.
Für Internatsschüler/innen wird eine komplette Packung zu 6 Tabletten bereitgehalten. Die Abgabe der Tabletten an die Kinder erfolgt im Katastrophenfall streng nach den Anweisungen der Gesundheitsbehörden und nach Maßgabe Ihrer vorherigen Einverständniserklärung.
Wir ersuchen Sie um Ihre Einwilligung zur Verabreichung der ersten Tagesdosis von Kaliumjodidtabletten (der erforderlichen Dosis, wenn Ihr Kind Internatsschüler/in ist).
Bitte lesen Sie vor Ihrer Einwilligung das beiliegende Merkblatt aufmerksam durch!
Hochachtungsvoll
Die Direktion
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EINVERSTÄNDNISERKLÄRUNG
ZUR ABGABE KALIUMJODIDTABLETTEN AN DER SCHULE
Name der Schülerin/des Schülers: ............................................................................................................
Geburtsdatum: .......................................................................
Name der/des Erziehungsberechtigten: ....................................................................................................
o JA, ich erteile die Einwilligung, meinem Kind im Katastrophenfall – nach Aufforderung durch die Gesundheitsbehörde – Kaliumjodidtabletten zu verabreichen und bestätige, dass mir für mein Kind keine Unverträglichkeiten beziehungsweise Gegenanzeigen gegen die Einnahme von Kaliumjodidtabletten bekannt sind.
(siehe Merkblatt für Eltern!)
o NEIN, ich erteile die Einwilligung nicht.
........................................... ................................................................................
Datum
Unterschrift der/des Erziehungsberechtigten
MERKBLATT FÜR ELTERN
Abgabe von Kaliumjodidtabletten nach Kernkraftwerksunfällen
Warum sollen Kaliumjodidtabletten eingenommen werden?
Bei einem Kernkraftwerksunfall können radioaktive Stoffe, unter anderem auch radioaktives Jod, freigesetzt werden.
Das radioaktive Jod kann mit dem Wind über weite Strecken verbreitet werden und mit der Atemluft in den Körper gelangen.
Dort kann es in der Schilddrüse gespeichert werden.
Durch die Strahlenbelastung der Schilddrüse kann nach einigen Jahren gehäuft Schilddrüsenkrebs entstehen, wobei die Wahrscheinlichkeit des Auftretens bei Kindern mindesten doppelt so hoch ist wie bei Erwachsenen. Durch rechtzeitiges Einnehmen von Kaliumjodidtabletten kann die Speicherung von radioaktivem Jod in der Schilddrüse verhindert werden.
Die Tabletten bieten jedoch keinen Schutz gegen andere radioaktive Stoffe oder gegen Strahlung von außen.
Wann sollen Kaliumjodidtabletten eingenommen werden?
DIE TABLETTEN DÜRFEN IM KATASTROPHENFALL NUR NACH ANORDNUNG DURCH DIE BEHÖRDEN EINGENOMMEN BZW. VERABREICHT WERDEN.
Folgende Vorgangsweise ist vorgesehen:
WARNUNG DURCH SIRENE ODER LAUTSPRECHERWAGEN
RADIO / TV EINSCHALTEN
NUR NACH BEHÖRDLICHER AUFFORDERUNG KALIUMJODIDTABLETTEN AN DIE KINDER UND JUGENDLICHEN AUSTEILEN
WEITERE BEHÖRDLICHE VERHALTENSMASSREGELN ABWARTEN BZW. BEFOLGEN
Die Aufforderung kann auch während der Schulzeit erfolgen.
In diesem Fall ist die rasche Verabreichung der ersten Tagesdosis bereits in der Schule für den Schutz Ihres Kindes wichtig. Aus diesem Grunde wird in der Schule die erste Tagesdosis Kaliumjodid für Ihr Kind bereitgehalten. Für Internatsschüler liegt eine komplette Einzelpackung zu 6 Tabletten auf.
Für die Abgabe der Kaliumjodidtabletten im Schul- bzw. Internatsbereich ist das Vorliegen Ihres Einverständnisses erforderlich.
Wer soll Kaliumjodidtabletten einnehmen?
In erster Linie die besonders gefährdeten Zielgruppen, wie Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 16. Lebensjahr. Bei stärkerer Belastung mit radioaktivem Jod ist die Tabletteneinnahme auch für 17- bis 45‑jährige Jugendliche und Erwachsene empfohlen. Schwangere und stillende Frauen erhalten Kaliumjodidtabletten bei stärkerer Strahlenbelastung ebenfalls im Rahmen der öffentlichen Bevorratung. Personen ab 46 Jahren wird die Einnahme der Tabletten wegen der Gefahr schwerer Nebenwirkungen abgeraten.
Wie werden die Tabletten dosiert bzw. eingenommen (Tagesdosis)?
Die Tabletten bzw. Tablettenteile werden zerdrückt und mit viel Flüssigkeit eventuell nach einer kleinen Mahlzeit eingenommen.
Altersgruppe Tagesdosis
Geburt bis unter 1 Monat ¼ Tablette
1 Monat bis unter 3 Jahre ½ Tablette
3 Jahre bis unter 13 Jahre 1 Tablette
ab 13 Jahren, Erwachsene bis 45 Jahre 2 Tabletten
Schwangere und Stillende (max. 2 Tagesdosen) 2 Tabletten
Ärztliche Kontrollen nach der Einnahme sind erforderlich bei Kindern im 1. Lebensmonat, bei Schwangeren und Stillenden.
Wie sollen die Tabletten gelagert werden?
Die Tabletten müssen in der Packung verschlossen und vor Licht und Feuchtigkeit geschützt bei Raumtemperatur aufbewahrt werden. Die Lagerung in der Hausapotheke wird empfohlen.
Wer darf keine Tabletten einnehmen?
Unverträglichkeiten und Gegenanzeigen
Personen mit Jodüberempfindlichkeit
Personen, die an folgenden seltenen Erkrankungen leiden:
Dermatitis herpetiformis ...................................................... seltene Hauterkrankung
Jododerma tuberosum .......................................................... seltene Hauterkrankung
Pemphigus vulgaris ... .......................................................... seltene Hauterkrankung
Myotonia congenita ............................................................. seltene Muskelerkrankung
Hypokomplementämische Vaskulitis................................... seltene Gefäßerkrankung
Im Zweifelsfall halten Sie bitte Rücksprache mit dem/der Hausarzt/ärztin. Sollte eine dieser Krankheiten oder Unverträglichkeiten bei Ihrem Kind festgestellt werden, melden Sie dies bitte der Direktion der Schule oder Internats.
Nebenwirkungen:
Nebenwirkungen kommen bei vorschriftsmäßiger Einnahme selten vor.
Folgende Nebenwirkungen können vorkommen:
metallischer Geschmack
Erbrechen
Durchfall
Magenbeschwerden
Hautausschläge
Ruhelosigkeit
Herzklopfen
Bei Auftreten von Nebenwirkungen muss ärztlicher Rat eingeholt werden. |