Mit der Präsentation der Ergebnisse der Jugendumfrage in Rauris und Flattach wurde ein wichtiger Projektteil erfolgreich abgeschlossen. Maßgeblichen Anteil daran hatten die Schülerinnen und Schüler der siebten Klassen, die bei der Erstellung der Fragebögen, aller Interviews in Rauris und der Auswertung mit hohem Zeitaufwand und Engagement beteiligt waren.
Martin Holzmann, Maja Piljanovic, Birgit Binderitsch und Denise Langegger präsentierten professionell die wirklich sehr interessanten Ergebnisse der Jugendumfrage, Monika Rieder und Jakob Faistauer sprachen über ihre persönlichen Erfahrungen und Eindrücke bei der Umfrage und Auswertung.
  Die Hauptschule in Rauris als Veranstaltungsort (Grußworte des Vizebürgermeisters) |   Unter den ZuhörerInnen auch die siebten Klassen des BG/BRG Zell am See mit ihren Klassenvorständen Peter Graf und Elisabeth Hochhold-Falkner. |   Projektchefin Dr. Auer (ZAMG) |   Sozialwissenschafterin Maga. Kirchengast (Joanneum Graz) |   Schülerinnen und Schüler aus der Partnerschule BORG Spital mit Prof. Mark |   Prof. Graf stellt die SchülerInnen vor |   Unser Team |   Eine tolle Präsentaion |   Monika Rieder und Jakob Faistauer |   Auch die MitschülerInnen fieberten mit! |   Martin Holzmann, Maja Piljanovic, Birgit Binderitsch und Denise Langegger (v.r.n.l) |   Viel Applaus und Anerkennung für die Präsentation und Projektarbeit |
Präsentation mit zusammenfassenden Ergebnissen als DOWNLOAD (pdf-Datei)
Link zum Endbericht der Jugendumfrage auf der Homepage der ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik:
http://www.zamg.ac.at/a-tale-of-two-valleys/documents/endbericht_jugendumfrage.pdf
Artikel in den Pinzgauer Nachrichten vom 3.10.07Wenig Zukunftschancen in abgelegenen Orten 3. Oktober 2007 | 13:51 | Rauris. Die Meinung und die Einstellung Jugendlicher hat besonderen Einfluss auf die zukünftige Entwicklung eines Ortes. Im Rahmen der Projekts „A Tale of two Valleys“ wurden ca. 100 Rauriser Jugendliche befragt. Erkenntnis: Die meisten lieben ihren Ort, die Zukunft sehen sie aber außerhalb desselben. Rauris. Die Umfrage unter den 14-bis 15-jährigen Raurisern war Teil des Gesamtprojekts „A Tale of two Valleys – Zwei Alpenländer – zwei Geschichten“, das sich mit dem Klimawandel und mit der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung von Rauris und Flattach (Kärnten) beschäftigt. Vergangene Woche wurde die Umfrage präsentiert. Sie ergab, dass fast alle 14/15-jährigen Jugendlichen aus Rauris gerne in ihrem Tal leben.
 
Zeller Gymnasiasten befragten Rauriser Jugendliche im Rahmen eines wissenschaftlichen Projektes. Bild: SW/Simonitsch
Ihre persönliche Zukunft sehen dennoch viele Jugendliche außerhalb ihres Tales. Nur jedes fünfte Mädchen glaubt, dass es mit 19 Jahren im Ort arbeiten wird. Etwas optimistischer sind diesbezüglich die Burschen: Etwa die Hälfte will auch später im Tal wohnen und arbeiten. Diese genderspezifischen Unterschiede legen nahe, dass Burschen und Mädchen unterschiedliche Rollen erlebten und erlernten, sagt Anna Kirchengast von Joanneum Graz, die als Sozialforscherin das Projekt begleitet. Der Rauriser Vizebürgermeister Franz Loitfellner dazu: „Es zeigt sich, dass das Rollenbild bei uns noch traditionell besetzt ist, da gilt es einiges zu verändern. Wir unterstützen die Kindergärten und Schulen größtmöglich, damit ein modernes pädagogisches Angebot gegeben ist. Aber vor allem können und müssen wir das selbst in der Familie vorleben.“ Trotz der persönlich eher negativen Aussichten, die Zukunft des Tales sehen die Jugendlichen optimistisch. Die Mehrheit der Befragten glaubt, dass die Bevölkerungszahl nicht zurückgehen wird. An dem von Wissenschaftsministerium finanzierten Projekt arbeiten Wissenschafter der Zentralanstalt für Meteorologie (ZAMG, Projektleiterin Ingeborg Auer) und von Joanneum Research. Kirchengast: „Die Ergebnisse der Jugendumfrage sind sicherlich auf vergleichbare Regionen übertragbar.“ © SN/SW Artikel in den Salzburger Nachrichten vom 29.9.07 Koch werden oder weg aus demDorf 29. September 2007 | 00:52 | Anton Kaindl Rauris Wie sehen Jugendliche in einem abgelegenen Ort die Zukunft und was halten sie vom Klimawandel? Eine wissenschaftliche Studie in Rauris gibt die Antwort. Rauris (SN). Daniel (13) aus Rauris will die HAK oder die HTL besuchen. „Und dann möchte ich im Tal leben und arbeiten“, sagt der Hauptschüler. „Aber das wird schwierig. Vielleicht geht es mit Pendeln.“ Anna (13) strebt ebenfalls die Matura an. „Aber dann gibt es wohl keinen Job für mich in Rauris“, fürchtet sie. „Ich bleib da. Ich werde Koch“, meint Markus (13). Und ein weiterer Klassenkamerad wirf ein: „In Rauris kannst nur Straßenkehrer oder Liftler werden.“ Das sind nur vier Meinungen von Rauriser Schülern, die aber repräsentativ für alle Jugendlichen im Ort und wohl auch für jene in anderen abgelegenen Gemeinden sind. In einem Projekt der Zentralanstalt für Meteorologie (ZAMG) und Joanneum Research in Graz wurden fast 90 Prozent aller Rauriser im Alter von 14 und 15 Jahren über ihre Zukunft befragt. Die Interviews führten Schüler des BG/BRG Zell am See. Und die Ergebnisse sind teilweise erschreckend. 96 Prozent der Jugendlichen sagten, dass sie sehr gerne in Rauris lebten. Aber viele fürchten, dass ihnen das in Zukunft nicht möglich sein wird. Die Hälfte der Burschen und über 80 Prozent der Mädchen glauben, dass sie mit 19 keinen Job im Ort haben würden. So verwundert es nicht, dass die Schüler nach ihren Wünschen befragt nach einem Kino und mehr Treffpunkten bereits an dritter Stelle mehr Arbeitsplätze im Ort nennen. Zur typischen Freizeitgestaltung sagte ein Mädchen: „Mit ein paar Freunden irgendwo herumhucken und nichts tun.“ Andere Möglichkeiten sind vor allem der Sport und die Vereine. Die Hälfte der Rauriser Jugendlichen ist Mitglied in einem Verein. Besonders negativ beurteilen die Schüler auch das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln. Und sie haben Angst vor dem Klimawandel. Drei Viertel der Schüler glauben, dass er negative Auswirkungen auf Rauris haben werde.
Das Projekt, an dem unsere (heurigen) siebten Klassen maßgeblich beteiligt waren, wurde u.a. auch von Wissenschaftsminister Dr. Hahn im Rahmen einer Pressekonferenz besonders hervorgehoben!
Andrea Heigl/DER STANDARD-Printausgabe, 24. August 2007:
Jugend forscht, Ministerium fördert
Wissenschaftsminister Hahn will mit drei Millionen Euro pro Jahr bereits Kindern "Lust aufs Forschen machen"
Wien - Forscherkarrieren beginnen künftig bereits im Klassenzimmer - zumindest wenn es nach Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) geht: "Sparkling Science" nennt sich ein Projekt, in dessen Rahmen Wissenschafter mit Schülern zusammenarbeiten sollen. Drei Millionen Euro will das Ministerium dafür zur Verfügung stellen - jährlich, wohlgemerkt, bis 2017.
Hahn verspricht sich davon eine Reihe von positiven Effekten: Bereits Kindern will er "Lust aufs Forschen machen" und so wissenschaftliche Nachwuchsförderung betreiben - auch, um die traditionell eher wissenschaftsscheuen jungen Mädchen an das Thema heranzuführen. Das Ministerium fungiert als Schnittstelle zwischen Wissenschaftern und Schulen, auch das Bildungsministerium wird in das Projekt eingebunden. Am Berg und im Tal An Hand von zwei Beispielen erklärte Hahn, wie er sich diese Kooperationen vorstellt: "Schools on Ice" heißt zum Beispiel ein Projekt, bei dem Wissenschafter mit Gymnasiasten aus Salzburg, Oberösterreich und Wien die Veränderung von Gletschern untersuchen. Die Schüler vermessen mit der Unterstützung von Wissenschaftern österreichische Gebirge, zudem werden Karten aus Polargebieten in den Schulen analysiert. "A tale of two valleys" heißt ein weiteres Projekt, bei dem untersucht wird, welche gesellschaftlichen Auswirkungen der Klimawandel auf das Mölltal in Kärnten und das Rauriser Tal in Salzburg hat. "Die Wissenschafter bestätigen, dass die Schüler für die Fragebögen viele Inputs liefern, auf die sie selbst nicht gekommen wären", erzählt Hahn. Die geförderten Projekte sollen sich aber nicht ausschließlich auf den Klimabereich beziehen. Es gehe vielmehr darum, dass "Wissenschafter auch einen Bildungsauftrag erfüllen", wünscht sich der Minister - egal in welchem Forschungsbereich. Link zum Online-Artikel: http://derstandard.at/?url=/?id=3006427 |