Der folgende Auszüge wurde im Rahmen des Wahlpflichtgegenstandes Geschichte und Sozialkunde von den SchülerInnen Buchner Michael, Hausegger Markus, Jäger Alexander, Kinberger Mathias, Kirchner Nicole, Landegger Bernhard, Niedan Barbara, Ortner Gerhard, Maßer Erwin, Scharler Matthias und Stich Alexander im Schuljahr 1999/2000 erarbeitet. Der „Pinzgau-Teil“ beruht auf den Berichten und Geschichten von Kanonikus Lahnsteiner. Es war der damaligen Arbeitsgruppe natürlich bewusst, dass wissenschaftliche Kriterien nicht erfüllt sind, hoffen aber doch, dass Ihr/Sie beim „Schmökern“ das eine oder andere Interessante findet/finden. Wer mehr über die Schulgeschichte des Pinzgaus wissen will, sei auf die zahlreichen Heimatbücher und Ortschroniken sowie die vielen Materialien in den Heimatmuseen verwiesen.
Mag. Rainer Hochhold
Einführung:
Neben der Erwähnung von zwei adeligen Schülern des Bischofs Rupert berichten Quellen von einer Schule (als Skriptorium) aus der Zeit des ersten Erzbischofs Arno (785-821), das Domkapitel und die Abtei St. Peter verfügten über reichhaltige Bibliotheken, die Werke der Salzburger Schreibschulen genossen demnach Weltruf. Neben den Klosterschulen entstanden ab dem 14. Jahrhundert auch in einzelnen Märkten Pfarrschulen mit Schulmeistern oder Chorgesanglehrern. Als Meilenstein stellte sich die Schulreform von Erzbischof Wolf Dietrich (1593) heraus: Im Kampf gegen Verrohung der Sitten, Verfall der Moral und des Benehmens in allen Schichten sowie gegen den sich ausbreitenden Protestantismus erließ er eine „genaue Vnderweisung für Teutsche Schuelmaister der Stadt vnd deß Erz-stifts Saltzburgs und die Auferziehung der Jugent“. Hierin wurde die Muttersprache im Profanunterricht (weltlicher Elementarunterricht) in ganz Salzburg gelehrt, die Schulmeister ordentlich (im Gegensatz zu den Winkelschulmeistern) anerkannt und im Glauben, Wissen und Lebenswandel überprüft. Die Lehrer hatten auf die Sitten und gutes Benehmen der Schüler zu achten, die Sonntagsmesse wurde geschlossen besucht und nach dem Einheitskatechismus von Petrus Canisius vor- und nachbereitet. Die Lehrer durf-ten selbst nicht fluchen, Knaben und Dirndlein seien zu trennen, Schläge auf Kopf und Gliedmaßen hatten zu unterbleiben. Als Lohn waren von den Eltern 20 Kreuzer für Buchstabierer, 30 kr für Fortgeschrittene und 1 Gulden plus Holz und Lichtgeld für Rechenunterricht zu zahlen, arme Kinder waren allerdings vom Schulgeld befreit. Interessant ist, dass ab 1672 für arme Kinder das Schulgeld von der landesfürstlichen und städtischen Armenkasse bezahlt wurde, somit - theoretisch - alle Kinder die Möglichkeit einer Schulbildung hatten. Auch für das mittlere Schulwesen (St. Peter und Domschule) gab es Anordnungen: So mussten Schülerbeschreibungsbögen und Frequenzlisten angelegt werden, es gab eine Kommission zur Abstellung von Missbräuchen und eine Verordnung gegen „fahrende“ Schüler ohne Schulgeld. Jeweils 50 bedürftige besonders begabte „Bettlerschuelerbuben“ sollten bei Hof und in St. Peter Kost und Kleidung erhalten. Bis zur Säkularisierung 1803 erfolgten keine wesentlichen Veränderungen, in diesem Jahr wurde dann auch in Salzburg die Schulordnung Maria Theresias wirksam. Bedingt durch die neuen Gegebenheiten wurde unter Erzbischof Marcus Sitticus ein Gymnasium (Benediktiner Konföderation) anstatt der Domschule als Vorstufe zur Universität gegründet (1617), die St. Peter Schule als Vorbereitungsschule für das Gymnasium umfunktioniert.
Literatur zum Thema Schule in Salzburg und im Pinzgau: Aschaber, M.K.: Entwicklung des Schul- und Universitätswesens; Jubiläumsmagazin 1200 Jahre Erzbistum Salzburg; SN 1998 Domandl, Hanna; Kulturgeschichte Österreichs; Von den Anfängen bis 1938; Österr. Bundesverlag, Graz, 1992 Dopsch, H (Hsg) Geschichte Salzburgs; Stadt und Land; Band I/2 und II/3; Verlag Pustet; Salzburg Lahnsteiner, Oberpinzgau; Unter- und Mitterpinzgau; Hollersbach Schermaier, J.: Geschichte und Gegenwart des allgemeinbildenden Schulwesens in Österreich
 
SCHULEN IM PINZGAU: BERICHTE UND ANEKDOTEN (nach Lahnsteiner)
Die alte Schule: Vom Mittelalter bis in die Neuzeit kümmerte sich der Staat wenig um die Bildung der Bevölkerung. Seit etwa 1800 kam auch der Staat zur Erkenntnis, dass die Schule die Grundlage der Entwicklung des Volkes ist. Die Kirche war es aber, die den Unterricht für das Volk eingeleitet hat. Diese Schulen hatten zuerst die Ausbildung von Sängern und Dienern für den Gottesdienst als Inhalt, es waren größtenteils sogenannte lateinische Schulen. Aber ab dem 16. Jh. haben sich auch „deutsche“ Schulen entwickelt wie in Zell, Mittersill und Stuhlfelden. Die Schule wurde meistens vom Mesner gehalten, das wurde 1717 angeordnet. Der Mesner musste für gewöhnlich lesen und schreiben können. Er musste für den Gottesdienst allerlei vorbereiten und er hatte die Einnahmen und Ausgaben der Kirche aufzuschreiben und zum Jahresabschluss den Zechpröpsten die Rechnungen vorzulegen. Die Kinder mussten bis ca. 1870 eine Kleinigkeit (meistens 2 Kreuzer) pro Woche zahlen. Wenn jemand raitten (rechnen) lernen wollte, musste das doppelte Schulgeld bezahlt werden, weil dies besonders schwer zu lernen war. Der Unterricht fand meist in der Mesnerstube statt, die Schüler saßen nicht nach Alter, sondern nach Verwandtschaft oder Bekanntschaft an einem großen, runden Tisch. Die Unterrichtsmethode war ausdrücklich dem Schulhalter überlassen. Jedes Kind musste ein Buch haben, welches jedoch nicht einheitlich war. Konnte das Kind schon etwas lesen, ließ er sich eine Lektion vortragen. Oftmals übte der Schullehrer seinen Beruf auch während der Schulzeit aus (etwa Schuster, Schneider, ... ), also ließ er die einzelnen Schüler während seiner Arbeit zu sich herantreten. Da der Schulbesuch freiwillig war, besuchten nur ungefähr ein Drittel der schulfähigen Kinder die Schule. Da man die meisten Kinder - vor allem die Bauernkinder - zur Arbeit benötigte, wurde die Schule meist nur im Winter abgehalten. Zur Beheizung des Schulzimmers brachte jedes Kind wöchentlich ein Stück Holz mit oder es musste 6 bis 10 Kreuzer zahlen. Die wirtschaftliche Stellung der Lehrer war dürftig, da der Mesnerdienst nur mäßig entlohnt wurde und das Lehramt eben nur ein Nebenamt war. Auch die kleinen Landwirtschaften, die der Mesner meist hatte, konnten zuweilen nur den ärgsten Hunger stillen. Ein Fest gab es jedoch bei der Schulentlassungsfeier (Schulabschied), dabei mussten die Schüler durch die gespreizten Beine des Lehrers hindurchkriechen, der Lehrer verpasste allen mit dem Batzenferl, einem Haselstock, einen Abschiedsgruß. Dieses „Ausschlagen“ war mit dem Bezahlen eines „Ausschlaggeldes“ verbunden und geht bis ins 17. Jahrhundert zurück.
Das Schulwesen auf neue Füße gestellt: Der Erzbischof Hieronimus Colloredo nahm die Verbesserung des Volksschulwesens in seine Hand. Im Anschluss an Schulreformen unter Kaiserin Maria Theresia wurde auch bald darauf in Salzburg die erste Hauptschule gegründet. Damit die Kinder diese besuchen konnten, mussten sie zuerst auf die Elementarschule gehen. Die Schulkommission bestellte als Schuldirektor Franz Michael Vierthaler. Daraufhin wurde der Massen- und Frontalunterricht eingeführt. Alle Kinder mussten jetzt das gleiche Lesebuch haben, das ABC-Büchlein oder Namenbüchlein. Es durften ab 1777 nur mehr solche Lehrer angestellt werden, die die Haupt- und Musterschule in Salzburg besucht hatten.
Der Schulstreik: Das Volk stemmte sich aber sonderbarerweise gegen diese Neuerungen des Erzbischofs. Der Grund dafür wahr wohl, dass gleichzeitig auch Bittgänge und Prozessionen in der Kirche abschafft wurden. Das Volk glaubte, dass dies durch den Einfluss des lutherischen Geistes geschehen war. Aus Protest schickte man beispielsweise in Krimml zwei Jahre lang kein einziges Kind mehr in die Schule. Die Ablehnung war auch in anderen Gemeinden derartig groß, dass das neue Schulsystem zu scheitern schien. Aber durch den Eifer und der Klugheit der beiden Kooperatoren Franz Medard Stefler (in Saalfelden) und Kajetan Schmied (in Mittersill) wurde die neue Methode wieder propagiert. Bald wurde die neue Schulart auch in anderen Gemeinden wie in Zell, Bruck oder Maria Alm eingeführt. Andere Schulleiter begannen schließlich auch, das neue System zu überneh-men. Nach einigen Jahren wurde Stefler aus Saalfelden nach Hallein versetzt. Dies brachte einen gewaltigen Rückschlag für die neue Lehrmethode. Der neue Lehrer verlor in Saalfelden nach und nach seine Schüler. So musste er wieder die alte Schulart unterrichten, damit sein Gehalt gesichert war. Die neue Schulmethode konnte aber endlich doch durch den Einfluss des Schlossherrn von Dorfheim, Kajetan Lürzer, aufrechterhalten werden. Es gab also überall Schwierigkeiten zu überwinden.
Das Lehrerseminar in Salzburg: Im Jahr 1790 kam endlich ein Lehrerseminar mit dem Direktor Franz Michael Vierthaler zustande. In diesem Seminar wurden junge Männer unter der Leitung Vierthalers für den Schuldienst ausgebildet. Dieser gab auch verschiedene Lehrbücher heraus, die sogar in den Nachbarländern sehr gefragt waren. Ab dem Jahr 1793 verminderten sich überall die Widerstände gegen die neue Lehrart. Im Jahr 1799 wird zum ersten Mal von Feiertagsschulen in Piesendorf und Niedernsill berichtet. Auch eine einheitliche Rechtschreibung entwickelte sich etwa um 1790. Vorher schrieb jeder die Worte, wie er sie hörte. Zum Schreiben verwendete man große Gansfedern. Im Jahr 1869 wurde das Reichs-Volksschulgesetz beschlossen. Durch dieses Gesetz wurde die Schule völlig dem Staat unterstellt. Außerdem wurde eine ausreichende Besoldung für die Lehrerschaft beschlossen.
Bis 1906 gab es im Pinzgau nur Volksschulen: 1906 wurde in Saalfelden die erste Bürgerschule gegründet. Weitere Bürgerschulen entstanden von 1926 an in Zell am See, Lend und Stuhlfelden. Außerdem entstand eine Landwirtschaftsschule in Bruck. Nach 1946 baute man die bestehenden Bürgerschulen aus und errichtete neue Hauptschulen in Mittersill, Neukirchen, Lofer, Rauris, Kaprun, Bruck, Uttendorf, Saalbach und Taxenbach.
ORTSBERICHTE (ausgewählte Beispiele; alle nach Lahnsteiner):
Bramberg 1579 wurde von der Kirche das Mesnerhaus erbaut, in dem sich das Schulzimmer befand. Der Schulbesuch war damals schwach, doch 1834 wurde die Bramberger Schule unter Pfarrer Helminger eine der besten im ganzen Pinzgau. Auch unter Franz Schnellhorn erlangte die Schule sehr hohes An-sehen, er erweckte auch die Musikkapelle zu neuem Leben. Das 1857 erbaute Schulhaus wurde 1926 bedeutend vergrößert, 1964 wurde eine neue Knabenschule für acht Klassen mit Turnsaal und Nebenräumen gebaut, schließlich eröffneten die Barmherzigen Schwestern eine Privatschule für Mädchen. Bruck Die Schule hat sich langsam entwickelt und 1738 ist der Schulmeister gleichzeitig auch Mesner. In Bruck unterrichteten die Lehrer nach dem neuen Lehrplan. Dies und ihr Eifer waren der Grund, warum sie von den Schul-inspektoren sehr gelobt wurden. 1941 wurde der Religionsunterricht in der allgemeinen Volksschule untersagt und in die Kirche verlegt, auch das Schulhaus der Barmherzigen Schwestern wurde beschlagnahmt. Hollersbach Im Jahre 1669 fand der erste Schulunterricht statt, die Schule wurde im Mesnerhaus gehalten. 1898 wurde für zwei Klassen ein neues Schulhaus gebaut, weil die Schule im Jahre 1897 zweiklassig geworden war, 1947 wurde sie dreiklassig. Dienten Es gibt schriftliche Überlieferungen, dass der erste Unterricht bereits 1670 stattgefunden habe. 1681 hielt man die Schule im Mesnerhaus ab. 1803 befanden sich 24 Schüler im Unterricht, später 44 Schüler, deshalb musste die Erweiterung des Schulhauses vorgenommen werden. Da die Schule immer mehr Ansehen und Interesse in der Bevölkerung fand, erbaute man eine Feiertagsschule, welche jedoch meist nur von Erwachsenen besucht wurde. 1888 funktionierte man das Kontrollorhaus zum neuen Schulgebäude um. 1895 stieg die Schüleranzahl auf 111, die Schule wurde nun zweiklassig. 1936 kam sogar eine landwirtschaftliche Berufschule in diese Gemeinde. Embach Im Jahre 1673 gab es die erste kleine Schule mit einem Mesner als Lehrer. Der spätere Mesner und Schulhalter unterrichtete zwar im Lesen und hatte gute Sitten und einen guten Willen, war aber selbst des Schreibens und Rechnens nicht kundig. Die Schule begann erst am Heiligen-Drei-Königs-Tag und endete zu Ostern. „Mehrist“ zehn Schüler besuchten die Schule. Das Einkommen des Mesners und Lehrers betrug jährlich 160 Gulden, zwei Tagwerk Baugrund für zwei Kühe und die Garben- und Brotlaibsammlung inbegriffen. Bei der Schulvisitation von 1814 wurden der schlechte Fortgang und die schlechte Disziplin bemängelt. Die Eltern wurden aufgefordert, die Kinder immer zur Schule zu schicken und Schulgeld und Brennholz zu entrichten. Fusch Die ersten schulischen Akzente setzte man „in der Fusch“ um 1738, wobei der Unterricht nur im Winter abgehalten wurde. Nach einer Entlassung eines unfähigen Lehrers - ein Zimmermann - wurde 1775 ein Krämer und Mesner sein Nachfolger, der die Schule im Mesnerhaus einrichtete. Zu dieser Zeit fanden die Schüler noch an einem Tisch Platz. 1783 schickte man einen fähigen Lehrmeister in die Gemeinde, 1799 stieg die Anzahl der Schüler auf 40, 1841 errichtete man das erste Schulhaus, welches über 100 Jahre Dienst leistete. Hinterthal 1794 gab es den ersten Lehrer, der zugleich auch Mesner war. Als dann später die Mesnerknechte von Saalbach und Lofer um diesen Dienst ansuchten, wies der Seminardirektor Vierthaler sie zurück: „Solchen Individuen dürfe man die Schule nicht anvertrauen.“ Krimml In Krimml begann die Schule im Jahre 1691 schon lange vor dem Vikariat. Im Jahre 1786 entstand das erste Schul- und Mesnerhaus kurz nach dem Schulstreik, der hier einige Jahre lang dauerte. 1950 besuchten die ersten drei Kinder die Hauptschule und innerhalb der nächsten 14 Jahre wuchs die Anzahl der Schüler auf 80. Ein neues Schulhaus wurde 1900 erbaut. Leogang Die Schule kam erst spät in Aufnahme, erst 1740 ist davon die Rede. 1900 hatte die Schule zwei Klassen mit 180 Kindern, 1960 sechs Klassen mit 210 Schülern. Der neue Mesner musste seinen Vorgänger „abnähren“ und dessen Tochter heiraten, um die Nachfolge antreten zu können. Lend Um 1600 hielt ein guter Handschreiber, der von den Bauern als Winkelprediger bezeichnet wurde, den ersten Unterricht in Lend. Etwa gegen 1674 wurde von den Beamten des Schmelzwerks ein Handelstagwerker bestellt, um den Kindern Unterricht zu erteilen. 1814 kam der erste Lehrer in die kleine Gemeinde, die Schule fand im Buchhalterhaus statt. 1904 erweiterte man das Schulhaus auf vier Klassen, 1929 wurde auch eine Hauptschule eingeweiht, aber aufgrund der zu geringen Schüleranzahl sechs Jahre später wieder geschlossen. Während des Krieges benutzte man das Schulgebäude als Lazarett, danach wurde der Unterricht wieder aufgenommen. Lofer 1581 wird die Schule in Lofer gegründet. 1678 übernahm die Frau des Mesners die Schule. In Lofer musste einmal der Schulmeister 20 fl. (=Gulden) Strafe zahlen, weil er dem Bäcker mit dem Degen eine „heruntergezogen“ hatte. Maishofen Schon 1629 hält Blasius Neihauser das erste Mal Unterricht. Mitte des 18. Jahrhunderts bittet die Maishofener Bevölkerung den Dechant, „dass auf dem untern Zeller Boden eine Schule gehalten werde dürfe, wie sie her und her seit Manns Gedenken einen Schulhalter gehabt hätten, zu Winters Zeiten, und dass sie ihre Kinder zu Balthasar Krazer, Mößner und Schuelhalter zu Prielau, schicken dürften“. Der Schulmeister von Zell am See beschwerte sich nun beim Dechant, dass vor seiner Nase Winkelschulen gehalten werden, doch dieser erlaubte es. Die Schule musste im Laufe der Zeit oft wandern, vom Schloss Prielau, wo man die Schulen von Maishofen und Thumersbach eine Zeit lang vereinigt hatte, zum Schloss Saalhof, bis sie endlich im neuen Schulhaus landeten. 1882 zählte die Maishofener Schule 121 Schüler, die in einer einzigen Klasse unterrichtet wurden. Maria Alm: Der Beginn der Schule ist ungefähr im Jahr 1539 anzusetzen. Damals wurde die Schule im alten Mesnerhaus abgehalten. Im Jahr 1640 war Johann Notl Mesner und gleichzeitig Schullehrer. Im Jahr 1776 wurde Johann Aglassinger nach langem Bitten seines Vaters beim Dechant schließlich Nachfolger, aber er musste seinen Vater „abnähren“. Auch der Nachfolger Aglassingers, Matthias Sinnhuber, wurde nur unter gewissen Bedingungen Schulleiter: Er musste eine der Töchter Aglassingers heiraten, die Witwe versorgen und den jüngsten Sohn unterrichten, bis er zum eigenen Verdienst fähig sei. 1887 wurde das Ilgenhaus, samt Grundstücken, und das Friedhofshaus den Halleinern Schulschwestern unter der Bedingung vererbt, dass eine Mädchenschule errichtet wird, diese wurde schließlich 1889 eröffnet. Mittersill Die Mittersiller gehen schon seit 1454 in die Schule, der Mesner hielt den Unterricht. 1786 wurde ein Krämer, Bauer und Organist Lehrmeister. Als dieser mehr Land kaufte, wehrten sich die Bauern, weil sie dachten, er würde das Wetterläuten vernachlässigen. 1870 entstand eine Privatmädchenschule. Ein zukünftiger Schwiegersohn des Schulmeisters durfte erst dessen Tochter heiraten, wenn er das Lehrerseminar absolviert habe. Niedernsill Die Schule begann 1784 und wurde im Mesnerhaus gehalten. Bei dem großem Brand 1877 wurde dieses mitsamt der Schule zerstört. Zwei Jahre später errichtete man in Niedernsill das erste eigene Schulhaus, bald darauf lehrte man den Kindern auch andere Unterrichtsgegenstände als Religion. Anschließend gründete man die erste Feiertagsschule im Pinzgau, die auch ältere Wissbegierige besuchten, aus den ursprünglich zwei Klassen entstanden bald drei und schließlich 1931 vier Klassen. Im Jahr 1958 bekam die Gemeinde ein Schulhaus mit sieben Klassen und einem Turnsaal, bei dessen Bau die gesamte Gemeinde beteiligt war. Neukirchen: Im Jahre 1700 begann in Neukirchen die Schule. 1954 wurde eine Hauptschule für die Gemeinden Bramberg bis Krimml erbaut. 1955 gingen 210 Kinder in die Schule, 1965 waren es bereits 260 und diese wurden von acht Lehrern unterrichtet. Weiters war noch eine Sonderklasse von 15 Schülern dort untergebracht. Piesendorf: Die Schule in Piesendorf beginnt 1617. In diesem Jahr wird Thoman Landtauer als Schulmeister erwähnt. Der Pfarrer Wassermann wollte eigentlich schon im Jahr 1613 einen Schulmeister bei ihm aufnehmen, aber er konnte keinen ausfindig machen. Auch später ist der Unterricht nicht ohne Unterbrechungen durchgeführt worden. Da der Schulbesuch freiwillig war, kamen die Kinder im Sommer nicht in die Schule, da sie arbeiten mussten. Ab dem Jahr 1701 ist der Mesner auch Schulmeister, von 1721 an gibt es ununterbrochen Schule, das Schulhaus wurde im Jahr 1788 an der Stelle der Tanzlaube errichtet. 1755 stellte ein Missionar aus Hundsdorf einen Antrag, dass in Aufhausen eine Schule errichtet werden sollte, sein Antrag wurde aber von Salzburg abgelehnt. Im Jahr 1770 setzte sich der Vögäubauer Matthias Gaßner für die Schule ein. Er erreichte, dass für 15 bis 20 arme Kinder das Schulgeld von der Pflegeamtskasse in Zell gezahlt wurde. 1888 wurde in Piesendorf eine Privatmädchenschule errichtet, die bis zum Jahr 1938 bestand. Rauris 1554 unterrichtete ein lateinischer Schulmeister, der sich selbst „Chatolicus“ nannte, aber nie mehr als drei Knaben hatte. Doch 1618, als der erste deutsche Schulmeister nach Rauris kam, gingen schon 25 Schüler im Winter in die Schule. 1791 wurde erstmals eine Schulprüfung abgehalten und es konnte ein zufriedener Bericht nach Salzburg geschickt werden. Im frühen 19. Jahrhundert war die Disziplin sehr schlecht, weil zu viele Kinder in einer Klasse waren. Die Mädchen wurden im Stricken und die Sonntagsschüler in der Obstbaumzucht unterrichtet. Saalbach - Hinterglemm: Der Vikar Ulrich Faber hielt von 1653 bis 1675 den Unterricht in Saalbach ab. Als dieser Saalbach wieder verließ, wurde der Unterricht wieder eingestellt. Erst rund 40 Jahre später wurde dieser vom Mesner Sebastian Schwoicher im Vikarhaus wieder aufgenommen. Schwoicher baute schließ-lich mit Kirchenhilfe ein Haus für sich und die Schule, dieses Haus wurde später von der Kirche als Mesnerhaus gekauft. Im Jahr 1952 wurde ein neues Schulhaus von der Gemeinde um 800.000.- errichtet. Im Jahr 1762 baten der Bauer Hueterer und einige Nachbarn um die Errichtung einer Schule in Hinterglemm, im Jahr 1764 wurde dann der Unterricht vom Einsiedel Anton Reinfrank im sog. Reickendl - Zuhaus begonnen. Saalfelden 1555 gab es eine Schule für Singknaben, aber erst 1623 kann man von einer Schule im eigentlichen Sinne sprechen. 1619 hätte Anna Lederin von Pabing gern eine Schule begonnen, es wurde ihr aber wegen „Verdächtigkeit“ (Anm.: lutherisches Gedankengut ?) nicht erlaubt, weil im Markt eine regelrechte Schule bestünde. Zu dieser Zeit wollte der Bürgermeister, dass das Schulgeld aus der Pflegeamtskasse bezahlt werde. Nachdem die neue Unterrichtsform eingeführt worden war, wurden die Bürger und Bauern sehr misstrauisch und schickten keine Kinder mehr in die Schule, daher wurde dann wieder einige Jahre in alter Weise unterrichtet. Wegen der Größe der Gemeinde mussten aber bald Mesner, Kantor und Organist unterrichten. Saalfelden besaß 1906 auch die erste Bürgerschule auf dem Lande, sie bekam großen Zuzug aus dem ganzen Pinzgau. Nach dem Abzug der amerikanischen Garnison wurde in drei Offiziershäusern eine Bundeserziehungsanstalt für Knaben eingerichtet, gedacht war die Anstalt für sozial bedürftige, aber überdurchschnittlich talentierte Schüler. St. Georgen Die erste Erwähnung einer Schule finden wir 1613, als Lehrer fungierten meist die Mesner. 1758 konnten von 950 Personen nur 38 lesen. Der Lehrer Peter Schranz wurde nach einem Visitationsbericht der Schulbehörde Taxenbach folgendermaßen kritisiert: „Kein Abteilungsunterricht, keine Disziplin, fehlerhaftes Schreiben, dem Alkohol verfallen.“ St. Martin 1626 entstand die erste Schule in St. Martin. Der Schulmeister bekam von der Kirche jährlich 8 Gulden. Außerdem mussten die Kinder einen Kreuzer pro Woche zahlen, um überhaupt die Schule besuchen zu dürfen. Das Schullokal war angeblich so klein, dass sich der Lehrer nicht hinsetzen konnte. 1754 wollte ein Einsiedler eine Nebenschule aufmachen, welche aber abgelehnt wurde. Stuhlfelden Die Schule in Stuhlfelden war eine der ersten im ganzen Pinzgau - sie wurde 1579 gegründet. Grund dafür war die Aufstellung einer Orgel, denn der Orgelschläger hatte die Jungen zum Singen zu erziehen und lehrte sie so nebenbei auch das Lesen. Anschließend wurde er generell Lehrer. Die Schule wurde damals noch wenig besucht, aber schon 1772 kamen bereits 60% der schulfähigen Kinder in den Unterricht. Bis 1904 wurde die Schule im Mesnerhaus abgehalten, dann erbaute man ein eigenes Schulhaus. 1930 wurde im Schloss Lichtenau eine Hauptschule für Knaben und ein Internat für Auswärtige eröffnet, welches aber 1938 verboten wurde. Taxenbach Ab 1672 war hier wenigstens im Winter alle Jahre Schule, die vom Mesner gehalten wurde. Unterricht war täglich von 7 bis 10 Uhr. Die Unterrichtsfächer waren damals: Religion, richtig und schön Lesen, Schönschreiben, Rechtschreiben, Aufsätze, Kopf- und Schriftrechnen, Singen, Baumzucht und Giftpflanzenkenntnisse. Von 1924 - 1933 war der bekannte Imker Nikolaus Schneeberger Schulleiter. Uttendorf Bereits 1652 wurde der erste Schulmeister und Mesner in der Kirchenrechnung angeführt. Die Schule war bekannt für schöne Handschriften und gute Geschäftsaufsätze. Gemeinde und Kirche brachten das Geld auf, um eine Dorfschule zu bauen, die bis 1871 bestand. 1905 wurde der Unterricht für sechs Klassen abgehalten. Es wurde lange eine Mädchen- und Knabenschu-le unterhalten. Zu Beginn des ersten Weltkrieges musste die Mädchenschule schließen. Viehhofen Im Jahre 1772 wurde gleichzeitig mit der Errichtung des Vikariats eine Kinderschule gegründet, die von einem Einsiedler geführt wurde, aber keinen langen Bestand hatte. Ende des 18. Jahrhunderts begann der Mesner mit einer Schule, die die Vikare bis 1840 selber hielten. Zur gleichen Zeit wurde auch ein Schulhaus errichtet. Der Staat kümmerte sich nicht um die Schule, und darum verdiente der Lehrer nur 61 Gulden, von denen er höchstens ein Vierteljahr leben konnte. Daher hielten sich die Lehrer in Viehhofen nie lange auf, von 1856 bis 1896 unterrichteten 23 Lehrer. 1954 wurde die Schule zweiklassig mit 56 Schülern geführt. Wald: Der Anfang der Schule geht in die Zeit vor 1649 zurück. Im Mesnerhaus hielt der Vikar von Neukirchen „Kinderlehren“ ab. 1738 wurde die Schule im Mesnerhaus hinter dem Pfarrhof abgehalten, 1900 errichtete man auf einer Anhöhe der Sonnseite ein neues Gebäude mit der angeblich schönsten Lage unter den Schulhäusern des Pinzgaues. Zell am See In Zell am See unterrichtete 1569 Georg Villacher, der Leiter des Kirchenchors, die Kinder in Latein und Deutsch. Nach Meinung der Beamten, des Pfarrers und der Bürger war er aber ein schlechter Lehrer. Er hatte unter seinen 30 Schülern kaum einen Knaben, der Schreiben und Lesen konnte. Aufgrund dessen eröffnete der Gerichtsschreiber Pflanzmann eine eigene Schule, die aber nicht lange anhielt. 1620 erstreckte sich der Schulbezirk am westlichen Seeufer von Limberg bis zum Badwirt, Schullokal war das Mesnerhaus. Eine entscheidende Wende trat 1869 durch das Reichsvolksschulgesetz ein, dadurch wurde der Grund für die großartige Entwicklung des Schulwesens gelegt. 1870 wurde von den Barmherzigen Schwestern eine Privatmädchenschule errichtet, die Hauptschule wurde 60 Jahre später erbaut und 1950 erweiterten die Baumeister Bacher und Menis die Volksschu-le auf 14 Klassen. 1812 übernahm der Zeller Franz Ruggenthaler die Schule in Thumersbach, den ungefähr 40 Schülern mochte man den Schulweg über den See nicht zumuten. Das Schullokal war anfangs beim Schmied und später am Lohningfeld beim Bauer Wieser. In Schüttdorf wurde die Volksschule schließ-lich 1955 für vier Klassen erbaut, mit dem Wachstum des Ortsteiles wurde auch die Schule immer größer. In den 60-er Jahren entstand hier auch das Bundesschulzentrum (BRG, Handelsakademie und Handelsschule).
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