Heute war nämlich schon mal Dienstag, Montag hatte ich also überstanden, zwar mit eineigen blauen Flecken und ein paar furchtbaren Blamagen mehr, aber Dienstag bedeutete nur mehr 4 Tage Schule und dann Wochenende. Ich machte mich auch heute, an diesem schon mal so langweilig beginnenden Tag, auf zum Frühstück. Schon begann meine Mutter mich zu nerven. „ Hast du schon deine Banane für die Schule eingepackt“ Nein, hatte ich nicht, es hielten mich sowieso schon alle für den größten Affen, da brauchte ich nicht auch noch mit einer Banane auftauchen. „Nee, Mama habe ich nicht.“ Ich esse keine Bananen, haben wir nichts, was schmeckt? So etwas wie Twix oder ein Mars für die Pause?“ „ Du kannst doch kein Twix essen, das ist doch keine Mahlzeit für einen Jugendlichen im Wachstum!“ Jaja, Mamas Moralpredigten konnte ich mir noch ewig anhören, aber besser wäre es, wenn ich abhauen würde. Gesagt getan, ab durch die Mitte und rein in den Schulbus. Heute bekam ich natürlich keinen Platz. Ich sollte einfach immer ein wenig Parfum versprühen und dann hätte ich freie Auswahl. Man kann ja nicht immer alles haben. Kaum war ich in der Schule angekommen, stolperte ich auch schon fast über meine Lehrer. Gleich zwei auf einmal liefen mir über den Weg. Mein Geschichte Lehrer und meine Biologie Lehrerin. „Morgen.“ Ich murmelte schnell etwas und lief dann weiter. Nur schnell weiter. Am Morgen konnte ich niemanden so richtig leiden, und schon gar nicht meine Lehrer oder meine Schwester. Plötzlich bemerkte ich, dass mich irgendjemand anstarrte. Ein paar jüngere Schüler sahen mich einfach total seltsam an, und dann schnüffelten sie auch noch so komisch herum. Was hatte ich denn verbrochen? „Hey, ihr Kleinen, was wollt ihr denn?“ Irgendwie kam mir das komisch vor, ich war es zwar gewohnt, dass immer alle über mich lachten und sich über mich lustig machten, aber na ja, noch nicht so früh am Morgen. Da kam einer der Jungs auf mich zu „Bist du der, der immer so doof richt“ Aha, meine Parfum Orgien hatten sich also schon herumgesprochen. „Nee, ich bin der Weihnachtsmann, warum glaubst du habe ich so einen langen Bart?“ „Ha, ha, ha, ich bin doch kein Kind, den Weihnachtsmann gibt’s doch gar nicht.“ Oh, mein Gott, kleine Kinder. Warum konnten sie nicht einfach ruhig sein? „Kümmert euch gefälligst um eure eigenen Probleme, und ich gebe euch noch einen guten Tipp. Lasst das Parfum eurer Mutter sein!“ Ich sah die Jungs noch einmal finster an und begab mich dann in meine Klasse. Irgendwie begann der Tag schon echt bescheuert, zuerst bekam ich nicht mal etwas anständiges zu essen und dann möbelten mich auch noch so ein paar kleine Zwerge an. Na gut, wollen wir mal sehen, was der Tag sonst noch so bringt… Margit Rieder |