Im Rahmen des Deutschunterrichts setzten sich die Schüler der 4a unter anderem mit den Balladentexten "Der Erlkönig" von Johann Wolfgang von Goethe und "Der Taucher" von Friedrich Schiller auseinander. Durch den fächerübergreifenden Unterricht mit Bildnerischer Erziehung wurde den Schülern ein zusätzlicher Zugang zur Literatur vermittelt.
"Der Erlkönig" von Johann Wolfgang von Goethe
 | Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Es ist der Vater mit seinem Kind. Er hat den Knaben wohl in dem Arm, Er fasst ihn sicher, er hält ihn warm.
(Strophe 1, Thomas Woschitz) |  | Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? Siehst Vater, du den Erlkönig nicht! Den Erlenkönig mit Kron` und Schweif? Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif.
(Strophe 2, Thomas Fazokas) |  | Du liebes Kind, komm geh` mit mir! Gar schöne Spiele, spiel ich mit dir, Manch bunte Blumen sind an dem Strand, Meine Mutter hat manch gülden Gewand.
(Strophe 3, Daniela Spitzer) |  | Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht, Was Erlenkönig mir leise verspricht? Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind, In dürren Blättern säuselt der Wind.
(Stophe 4, Sonja Brennsteiner) |  | Willst feiner Knabe du mit mir geh`n? Meine Töchter sollen dich warten schön, Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn Und wiegen und tanzen und singen dich ein.
(Strophe 5, Marcella Manzl) |  | Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort Erlkönigs Töchter am düsteren Ort? Mein Sohn, mein Sohn, ich seh`es genau: Es scheinen die alten Weiden so grau.
(Strophe 6, Matthias Mayr) |  | Ich lieb dich, mich reizt deine schöne Gestalt, Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt! Mein Vater, mein Vater, jetzt fasst er mich an, Erlkönig hat mir ein Leids getan.
(Strophe 7, Florian Spinkler) |  | Dem Vater grauset`s, er reitet geschwind, Er hält in den Armen das ächzende Kind, Erreicht den Hof mit Mühe und Not, In seinen Armen das Kind war tot.
(Strophe 8, Lukas Hofer) |
"Der Taucher" von Friedrich Schiller
 | "Wer wagt es, Rittersmann oder Knapp, Zu tauchen in diesen Schlund? Einen goldnen Becher werf ich hinab, Verschlungen schon hat ihn der schwarze Mund. Wer mir den Becher kann wieder zeigen, Er mag ihn behalten, er ist sein eigen."
Der König spricht es und wirft von der Höh Der Klippe, die schroff und steil Hinaushängt in die unendliche See, Den Becher in der Charybde Geheul. "Wer ist der Beherzte, ich frage wieder, Zu tauchen in diese Tiefe nieder?"
Und die Ritter, die Knappen um ihn her Vernehmen`s und schweigen still, Sehen hinab in das wilde Meer, Und keiner den Becher gewinnen will. Und der König zum drittenmal wieder fraget: "Ist keiner, der sich hinunter waget?"
Doch alles noch stumm bleibt wie zuvor, Und ein Edelknecht, sanft und keck, Tritt aus der Knappen zagendem Chor, Und den Gürtel wirft er, den Mantel weg, Und alle die Männer umher und Frauen Auf den herrlichen Jüngling verwundert schauen.
(Strophe 1 - 4, Dragana Drljic, Anna Hierandtner, Nicole Voithofer, Michaela Schützinger) |  | Und wie er tritt an des Felsen Hang Und blickt in den Schlund hinab, Die Wasser, die sie hinunterschlang, Die Charybde jetzt brüllend wiedergab, Und wie mit des fernen Donners Getose Entstürzen sie schäumend dem finstern Schoße. Und es wallet und siedet und brauset und zischt, Wie wenn Wasser mit Feuer sich mengt, Bis zum Himmel spritzet der dampfende Gischt, Und Flut auf Flut sich ohn` Ende drängt, Und will sich nimmer erschöpfen und leeren, Als wollte das Meer noch ein Meer gebären.
Doch endlich, da legt sich die wilde Gewalt, Und schwarz aus dem weißen Schaum Klafft hinunter ein gähnender Spalt, Grundlos, als ging`s in den Höllenraum, Und reißend sieht man die brandenden Wogen Hinab in den strudelnden Trichter gezogen.
Jetzt schnell, eh die Brandung wiederkehrt, Der Jüngling sich Gott befiehlt, Und - ein Schrei des Entsetzens wird rings gehört, Und schon hat ihn der Wirbel hinweggespült, Und geheimnisvoll über dem kühnen Schwimmer Schließt sich der Rachen, er zeigt sich nimmer.
(Strophe 5 - 8, Alexandra Buchner, Anna - Maria Niedan, Carina Schmiderer) |  | Da zeigte mir Gott, zu dem ich rief In der höchsten schrecklichen Not, Aus der Tiefe ragend ein Felsenriff, Das erfasst ich behänd und entrann dem Tod - Und da hing auch der Becher an spitzen Korallen, Sonst wär er ins Bodenlose gefallen.
Denn unter mir lag`s noch, bergetief, In purpurner Finsternis da, Und ob`s hier dem Ohre gleich ewig schlief, Das Auge mit Schaudern hinuntersah, Wie`s von Salamandern und Molchen und Drachen Sich regt` in dem furchtbaren Höllenrachen.
Schwarz wimmelten da, in grausem Gemisch, Zu scheußlichen Klumpen geballt, Der stachligte Roche, der Klippenfisch, Des Hammers greuliche Ungestalt, Und dräuend wies mir die grimmigen Zähne Der entsetzliche Hai, des Meeres Hyäne.
Und da hing ich und war`s mit Grausen bewusst Von der menschlichen Hilfe so weit, Unter Larven die einzige fühlende Brust, Allein in der grässlichen Einsamkeit, Tief unter dem Schall der menschlichen Rede Bei den Ungeheuern der traurigen Öde.
Und schaudernd dacht ich`s, da kroch`s heran, Regte hundert Gelenke zugleich, Will schnappen nach mir - in des Schreckens Wahn Lass ich los der Koralle umklammerten Zweig; Gleich fasst mich der Strudel mit rasendem Toben, Doch es war mir zum Heil, er riss mich nach oben."
(Strophe 18 - 22, Dragana Drljic, Marcella Manzl)
|  | > Der König darob sich verwundert schier Und spricht: "Der Becher ist dein, Und diesen Ring noch bestimm ich dir, Geschmückt mit dem köstlichsten Edelgestein, Versuchst du`s noch einmal und bringst mir Kunde, Was du sahst auf des Meeres tiefunterstem Grunde."
Das hörte die Tochter mit weichem Gefühl, Und mit schmeichelndem Munde sie fleht: "Lasst, Vater, genug sein das grausame Spiel! Er hat Euch bestanden, was keiner besteht, Und könnt Ihr des Herzens Gelüsten nicht zähmen, So mögen die Ritter den Knappen beschämen."
Drauf der König greift nach dem Becher schnell, In den Strudel ihn schleudert hinein: "Und schaffst du den Becher mir wieder zur Stell, So sollst du der trefflichste Ritter mir sein Und sollst sie als Ehegemahl heut noch umarmen, Die jetzt für dich bittet mit zartem Erbarmen."
Da ergreift`s ihm die Seele mit Himmelsgewalt, Und es blitzt aus den Augen ihm kühn, Und er siehet erröten die schöne Gestalt Und sieht sie erbleichen und sinken hin - Da treibt`s ihn, den köstlichen Preis zu erwerben, Und stürzt hinunter auf Leben und Sterben.
Wohl hört man die Brandung, wohl kehrt sie zurück, Sie verkündigt der donnernde Schall - Da bückt sich`s hinunter mit liebendem Blick: Es kommen, es kommen die Wasser all, Sie rauschen herauf, sie rauschen nieder, Den Jüngling bringt keines wieder.
(Strophe 23 - 27, Anna Hierandtner, Marc Kranawendter, Eric Niederseer, Matthias Rachelsperger) |
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