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„Was lange währt, wird endlich gut“ oder „Gut Ding braucht Weil“! Die Hoffnung auf die Erfüllungskraft dieser beiden Sprüche hat uns jahrelang getröstet, aber auch immer wieder Mut gemacht. Denn seit nunmehr 30 Jahren war zu wenig Turnraum für immer mehr Klassen vorhanden, es begannen Planungen und in Folge eine Baugeschichte, die durch Fortschritte und Hoffnungen und dann wieder durch Leerläufe und zahlreiche Rückschläge gekennzeichnet war. Jedenfalls dauerte es von den Anfängen der Planungen bis zur Verwirklichung des - neben der Aufstockung im Klassentrakt - bisher größten Zu- und Umbaus in der Geschichte des Bundesschulzentrums in Zell am See mehr als zwei Jahrzehnte! Unsere Zeitreise beginnt in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Im Schuljahr 1963/64 nahm das damalige „Privatgymnasium des Schulvereins“ in verschiedenen räumlichen Provisorien den Unterrichtsbetrieb auf. Im Jahre 1967 hatte die Schule bereits 5 Klassen, die Unterbringung im ehemaligen Finanzamt in der Bergstadt wurde immer beengter. So wurde über Bitte des Schulvereins unter Bürgermeister Dr. Ernst Höfer, der auch als Direktor das Zeller Privatgymnasium leitete, ein gemeindeeigenes Areal von 20.000m2 an der Karl-Vogt-Straße für die Errichtung einer Bundesschule kostenlos für einen Schulneubau zur Verfügung gestellt und mit Mitteln der Gemeinde aufgeschlossen. Groß war die Vorfreude auf eine zwölfklassige Bundesschule mit einer zweizügigen Unterstufe und einzügigen Oberstufe, Sonderräumen und einem Turnsaal.  Ende der 60-er Jahre fuhren die ersten LKW ins Schilf am Karl-Vogt-Weg |  Zuvor wurde im ehemaligen Finanzamt (später Vermesserhaus) unterrichtet |  Der damals neue Turnsaal 1971 |
Nach einer intensiven Bauzeit von rund eineinhalb Jahren konnte 1970/71 das neue Gebäude bezogen werden. Da in dem damaligen Neubau noch Raumkapazitäten frei waren, wurde auch die städtische Handelsschule nach Schüttdorf verlegt und aufbauend durch eine Handelsakademie ergänzt. Die nun wiederum prekäre Raumnot wurde durch einen straßenseitig gelegenen Neubautrakt für die Handels-akademie und Handelsschule entspannt, nach immer weiterem Anwachsen der beiden Bundesschulen auf über 40 Klassen konnte 1996/97 eine Aufstockung im Klassentrakt mit neuen Verwaltungs-, Klassen- und Funktionsräumen verwirklicht werden. Während also das 1971 eingeweihte Gebäude für maximal 400 SchülerInnen ausgerichtet war, besuchen heute um die 1000 Jugendliche das Bundesschulzentrum. In all dieser Zeit des Wachstums blieb ein Bereich von allen Baumaßnahmen unberührt und ausgespart, nämlich die „alte“ Turnhalle, unterteilbar mit einem Trennvorhang für parallelen Unterricht je einer Mädchen- und Knabengruppe. Da natürlich bei über 40 Klassen diese Räumlichkeiten für einen stundenplanmäßigen Turnbetrieb längst nicht mehr ausreichten, waren Doppel-, Dreifach- und manchmal sogar Vierfachbelegungen die Folge, auch mussten für die beiden ersten Klassen des Gymnasiums immer zwei der vier Turnstunden disloziert im Hallenbad oder Eislaufplatz in Zell am See eingeplant werden, verbunden auch mit Kosten für Eintritte und Busfahrten. Aus all diesen Gründen bemühte man sich bereits in den achtziger Jahren um eine Linderung der Raumnot. Eine Hoffnung lag ab dem Jahr 1987 auf dem Plan der Stadtgemeinde zur Errichtung eines neuen Pflichtschulzentrums in Schüttdorf und dem damit verbundenen Bau einer Dreifachturnhalle zur gemeinsamen Nutzung der Pflicht- und Bundesschulen.  Aufstockung 1996 |  Baubeginn 1990 ? |  Das Schulareal in den 70-er Jahren |
In den folgenden vier Jahren stand v.a die Finanzierungsfrage im Vordergrund, zuweilen schien ein Baubeginn greifbar nahe, um kurze Zeit später wiederum in weite Ferne zu rücken. Als im Oktober 1996 feststand, dass die Dreifachturnhalle wieder nicht im Schulbauprogramm des Landes berücksichtigt wurde, musste auch die Stadt-gemeinde passen, die Bauplanungen wurden eingestellt. Seitens der Direktionen der Bundesschulen musste somit ebenfalls umgedacht werden, als Reaktion auf die Entwicklungen trat man in einem Schreiben an den Landesschulrat für Salzburg und in der Folge an das Unterrichtsministerium „mit dem dringenden Wunsch der Errichtung einer eigenen Normturnhalle (15x27m) auf dem Bundeschulareal“ heran. Ebenso wurde die Sanierung des „völlig desolaten und aus Sicherheitsgründen derzeit gesperrten Hartplatzes der Schulanlage“ urgiert: „Die beiden Direktionen bitten daher den Landesschulrat, dieses Anliegen wohlwollend zu prüfen und sodann an den Bund zur Berücksichtigung für das Bundesschulbauprogramm der Jahre 1997 oder 1998 einzureichen.“ Diesem Ansuchen wurde im Jänner 1997 seitens der Amtsdirektion des LSR entsprochen und an die Stadtgemeinde „die höfliche Anfrage“ gestellt, ob diese bereit wäre, die Zustimmung zur Errichtung einer Normturnhalle auf der Liegenschaft der Bundesschulen zu erteilen. In der Niederschrift der öffentlichen Sitzung der Zeller Gemeindevertretung vom 17. März 1997 wurde als Punkt 13 folgender Beschluss protokolliert: „Da die Bundesschulen in der Karl-Vogt-Straße einen dringenden Turnraumbedarf haben, die ursprünglich gemeinsam mit der Stadtgemeinde geplante, mittelfristig jedoch nicht realisierbare Dreifachturnhalle nicht gebaut werden kann, hat der Landesschulrat für Salzburg mit Schreiben vom 28.1.1997 die Absicht bekundet, eine entsprechende Normturnhalle auf dem noch gemeindeeigenen Grundstück 214/4 KG Zell am See, innenliegend der EZ 1532, zu errichten. Unter Bedachtnahme auf den Amtsbericht der Stadtamtsleitung vom 4.2.1997 und die Vorberatung in der Gemeindevorstehung am 3.3.1997 wird einstimmig beschlossen, der Errichtung einer Normturnhalle auf dem ggst. Grundstück zuzustimmen.“ Somit begann der nächste Anlauf zur Behebung der Turnraummisere, bis zum tatsächlichen Baubeginn sollte aber ein weiteres Jahrzehnt vergehen! Der erste Rückschlag kam aus Wien: Da seitens des Bundesministeriums die Schuld am Scheitern der bisherigen Projekte bei Stadt und Land gesehen wurde, sah man sich aus der Sicht des Ministeriums „gezwungen“, nach Alternativen v.a. bei eventuellen Finanzierungsmodellen zu suchen. So wurde zuerst einmal um eine Aktualisierung der Bedarfsanalyse und die Klärung der Standortfrage gebeten, bis dahin müsse auch die Sanierung der Sportfreiflächen aufgeschoben werden. Der Schriftverkehr der folgenden vier Jahre wird dann allerdings weniger von den Finanzierungsfragen als von der Konstruktion eines rechtsgültigen Vertrages zwischen Bund, Landesschulrat und Stadtgemeinde geprägt.
Erst ein im Februar 2001 von der Stadtgemeinde Zell am See eingebrachter Abwicklungsvorschlag mit einer Finanzierungsvereinbarung über die Salzburger Sparkasse Leasing AG fand allgemeine Zustimmung.
Da aber bisher immer nur von einer einräumigen Turnhalle die Rede war, ersuchten die damals neu bestellten Schulleiter Mag. Gerald Kettner und Mag. Rainer Hochhold nachdrücklich um Umwidmung der Normturnhalle in eine unterteilbare Norm-Spielhalle, da nur dadurch ein paralleler Unterricht von vier Gruppen und somit eine Entspannung der Situation möglich sei. Gleichzeitig gab es unterstützt durch das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Pläne für ein Kompetenzzentrum für neue Medien am Standort der Bundesschulen, die aufgrund der zahlreichen eLearning – Aktivitäten der Bundesschulen in Zell am See auch beim Landesschulrat große Zustimmung fanden. So wurde im Juni und Juli 2002 nach mehrfachen Planungsbesprechungen ein entsprechender Antrag auf Erweiterung des Raumkonzepts durch einen als Veranstaltungs- und Turnraum nutzbaren Mehrzwecksaal und einem Überbau des Eingangsbereichs mit Räumen für ein eLearning Bildungszentrum an das Ministerium gestellt und im September von diesem befürwortet. Von der mit der Bauleitung beauftragten Wohnbau Bergland wurde nun rasch ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben, bei der entscheidenden Jurysitzung am 26. Februar 2003 ging der Entwurf des Architektenteams Atelier 3 Hartl & Heugenhauser als Siegerobjekt hervor. Im Protokoll der ersten Planerkoordinationssitzung am 21. Juni 2003 ist u.a. nachzulesen:
- Anlässlich einer Besprechung im Bundesministerium in Wien wurde festgestellt, dass die Planung weiter bearbeitet werden sollte, da möglicherweise noch im Herbst 2003 Fundierungsarbeiten im bekannt schlechten Baugrund vorgenommen werden könnten. - Der Rohling des Vertrages zwischen der Salzburger Leasing und Ministerium müsste bereits vorliegen. Bis dieser Vertrag im Finanzministerium durch ist, sind mindestens 3 Monate zu veranschlagen. Leider dauerte es nicht nur wesentlich länger, bis der Vertrag durch alle Behören „durch“ war, es wurde im Dezember 2003 auch eine schmerzhafte Neuberechnung auf Bruttobasis inklusive aller Planungskosten und Honorare vorgeschrieben. Um das neue Kostenlimit von € 2,6 Mio. einzuhalten, mussten rund 400.000 Euro eingespart werden. Neben vielen Reduzierungen am Gesamtbauwerk fiel u.a. auch der direkte Verbindungsgang zwischen Bildungszentrum und Mehrzwecksaal dem Rotstift zum Opfer, ebenso wurde die Sanierung der Außenflächen wieder einmal zurückgestellt.
Da das nunmehr reduzierte Raumkonzept mit Normturnhalle, Mehrzwecksaal und Bildungszentrum am 25. Juni 2004 vom Bundesministerium neuerlich genehmigt wurde, konnte am 8. August 2004 die Bauverhandlung abgewickelt werden. Alle Beteiligten waren optimistisch, dass im Herbst die Ausschreibungen erfolgen und im Frühjahr 2005 mit dem Bau begonnen werden könne. Doch noch einmal vergingen zwei Jahre, ohne dass die notwendigen Unterschriften unter die finalen Verträge gesetzt wurden. Es mag von verschiedenen Seiten wichtige Gründe dafür gegeben haben, uns blieben sie verborgen! So bekam erst im Herbst 2006 Bmst. Ing. Erich Grani (Wohnbau Bergland), der vor Ort von Beginn an die Akzente setzte und die Bauabwicklung vorantrieb, die Freigabe für die Ausschreibungen. Doch damit war die Odyssee noch immer nicht zu Ende: Aufgrund der inzwischen stark gestiegenen Preise im Bausektor konnte das für den Architektenwettbewerb festgesetzte und 2003 ja schon einmal reduzierte Kostenlimit natürlich bei Weitem nicht mehr erreicht werden. Eine Eingabe beim Ministerium, wenigstens den Baukostenindex abzugelten, wurde mit einer möglichen Neuausschreibung bzw. der Aufforderung zu weiteren Einsparungen am Raumkonzept beantwortet. Da eine Neuausschreibung mit Sicherheit noch höhere Anbote zur Folge gehabt hätte und somit die Verwirklichung des Zu- und Umbaus im Gesamten vermutlich neuerlich gescheitert wäre, musste man sich für die nächste drastische Reduzierung entschließen. Für den LSR waren die Umbauten im Innenbereich im Zusammenhang mit dem Behindertengleichstellungsgesetz und dringend erforderlichen Sanierungen beim Buffet unverzichtbar, das Ministerium hielt an der Errichtung einer ungeteilten Turnhalle in Normgröße von 15x27 Meter fest. Dies alles bedeutete das Aus für den Mehrzwecksaal. Durch intensive Bemühungen konnte aber schließlich doch noch eine Unterteilung der Normturnhalle mit einem Trennvorhang und Vorkehrungen für die Nutzung einer Hälfte als Veranstaltungssaal erreicht werden. Da nun auch der LSR f. Salzburg Eigenmittel in beträchtlicher Höhe für das Bundesschulzentrum Zell am See zur Verfügung stellte, konnten im Juni 2007 doch noch, endlich und tatsächlich die Bauarbeiten beginnen. Auch die Wiedererrichtung des Hartplatzes konnte im Sommer 2008 durchgeführt werden. Trotz der langen und oft bitteren Entwicklungsphasen mit den damit verbundenen Sparmaßnahmen konnte trotz ursprünglich anderer Pläne viel erreicht und vieles verbessert werden: Den beiden Bundesschulen steht in Zukunft neben der bestehenden, generalsanierten Doppelturnhalle eine unterteilbare Normturnhalle mit der Möglichkeit und Ausstattung für Veranstaltungen zur Verfügung. Damit ist endlich der parallele Unterricht für vier Turngruppen möglich, die bisherigen Überbelegungen gehören der Vergangenheit an! Zahlreiche Sanierungen im Außen- und Innenbereich machen die bald 40-jährigen Schulbauten weniger reparatur- und schadensanfällig (kaputte Kanäle mit Gestanksbelästigung, Rohrbrüche, fehlende Lüftungssysteme), sicherer (Austausch von brennbaren Materialien, Verlegung und Neuausstattung des Buffets, neue Brandabschnitte, Brandmeldeanlagen, eigener Serverraum mit Klimaanlage, …) und moderner (Blockarchitektur mit Glaselementen, Innenhofgestaltung, helle und freundliche Gänge und Aufenthaltsbereiche, Terrassen, …). Durch die Einplanung und Erfüllung der Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes sind nunmehr alle Räume beider Bundesschulen rollstuhl- und behindertengerecht erreichbar, zentrale Verbesserungen wurden durch den Lift im Auge des Stiegenhauses der Handelsakademie und den Übergang zwischen dem Verwaltungs- und Klassentrakt im ersten Stock des BG/BRG erreicht. Hier wurde ebenso wie im Turnsaaltrakt ein behindertengerechter WC-Raum vorgesehen. Seitlich des bei früheren Umbauten schon zwei Mal geplanten und dann immer wieder gestrichenen Verbindungsgangs im ersten Stock entstanden neue Funktions- und Arbeitsräume. Durch die neuen Arbeits- und Serverräume kann auch das bisherige EDV-Kustodiat als Elternsprechzimmer eingerichtet werden.  Der "Motor" Bmst. Ing. Erich Grani (WB Bergland) mit Brigitte Pelwecki (LSR) und OBR DI Erich Wenger (Land) |  Zufriedene DirektorInnen: Mag. Lotte Eher und Mag. Rainer Hochhold |  Links: Architekt DI Ferenz Suplicz (Atelier 3) |
Die vielen Bemühungen (über 70 Planerbesprechungen in den letzten drei Jahren) sind nun doch belohnt worden, unser besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang allen Beteiligten, die dies ermöglicht haben, allen voran der Stadtgemeinde Zell am See, dem Landesschulrat und dem Land Salzburg, der Salzburger Sparkasse Leasing GmbH, dem Architektenteam Atelier 3 und der Wohnbau Bergland. |