Stefan Trivic 1.Angaben zum Buch · Herausgeberin und Übersetzerin: Erna Pfeiffer · Titel: ,,Torturada“ · Titelzusatz:….von Schlächtern und Geschlechtern…. · Verlag: Wiener Frauenverlag · Erscheinungsjahr: 1993 2.Bezeichnung bzw. Beschreibung der Textgattung · Genauere Gattung: Anthologie von kürzeren Erzählungen 3.Kurze Inhaltsangabe Da die Erzählungen von sehr vielen Personen handeln, können sie nicht alle genannt werden. Der Großteil dieser Menschen stammt aus Lateinamerika. Die erzählten Ereignisse geschehen ebenfalls meist in süd-bzw. mittelamerikanischen Räumen in oder kurz nach einer Kriegszeit. Meist geht es um Menschen, die Opfer körperlicher oder seelischer Gewalt werden. Allgemein zusammengefasst äußern sich in dem Buch lateinamerikanische Autorinnen zu dem Thema „politische Gewalt und Folter“, wobei sich die Blickrichtung der Staatsgewalt nur auf ihren eigenen Vorteil als Ziel fixiert. 4.Gestaltungsform und Gestaltungsmittel · Strukturiert wird die Sammlung durch fünf Untertitel, die das Buch thematisch untergliedern. · Der Handlungsablauf der einzelnen Geschichten ist großteils zeitdeckend erzählt und greift nur ganz selten auf Zeitsprünge zurück. · Die dargestellten Schauplätze sind der Wirklichkeit entnommen · Es wird Alltags ,-aber auch Fachsprache verwendet, dabei werden Wortschatz und Satzbau so gewählt, dass die Erzählungen gut verständlich erscheinen. Manchmal findet sich im Buch Sarkasmus, der nicht selten missverständlich ist. 5.Anliegen des Buches Folgende Themen wurden behandelt: Das Buch bietet einen Einblick in das Leben und Erleben mitten in einem System der politisch bedingten Gewaltanwendung zur Bewahrung der Macht. Meist wird dabei die Staatsgewalt für alles üble verantwortlich gemacht. Ebenfalls dargestellt wird, wie wenig man als einfacher Außenstehender dagegen unternehmen kann. Die Autorinnen versuchen eine Wissensvermittlung über weltanschaulich und religiös beeinflusste Geschehnisse zu erreichen. Durch die Eigenerkenntnis der Autorinnen wird die Weitergabe ihres Wissens stark gefördert. Als eine Art Appell soll dieses Buch bzw. die Geschichten darin dienen, Missstände der dargestellten Art nicht entstehen zu lassen oder entschlossen entgegen zu treten. 6.Qualität des Buches An der Richtigkeit der dargestellten Sachverhalte, die sehr gut beurteilbar sind, ist keineswegs zu zweifeln. Die Ereignisse bieten nichts grundsätzlich Neues, sondern stellen bereits Vorhandenes für den Leser neu dar. Dies geschieht durch unterschiedliche Betrachtensweisen und Perspektivenwechsel. Der Lesende wird zum Nachdenken über sein gesamtes Leben angeregt. Die Ereignisse werden nicht vereinfacht dargelegt, sondern in bestimmten Fällen sogar sehr vielschichtig. In diesem Buch bleibt beinahe nichts unausgesprochen, auch wenn das nicht immer geschmackvoll ist und obszön wirkt. Die Darstellung des Geschehens, der Verhältnisse und Figuren ist sehr glaubhaft und daher gut auf den Menschen allgemein beziehbar. Das Werk befriedigt die Bedürfnisse der Lesenden, die hungrig nach Wissen und Belehrung sind, obwohl es stellenweise auch gut unterhaltet und sehr spannend ist. Die Herausgeberin beginnt mit harmlos erscheinenden Texten, doch mit zunehmender Seitenzahl kostet das Lesen immer mehr Überwindung, da sich im Werk einige Extreme finden. Meiner Meinung nach lohnt es sich, sich zu überwinden und weiterzulesen, weil dieses Buch einem die Augen zu öffnen vermag.
7.Die Bewertung des Buches Oberflächlich betrachtet kann diese Anthologie als schwierig und zu extrem wirken, doch bei genauerer Betrachtung ist es eine großartige Sammlung an fachlichen Meinungen zu einem vertuschten, aber wichtigem Thema, die keineswegs zu Pessimismus, sondern im Gegenteil zu positivem Nachdenken anregen soll. 8.Der persönliche Leseeindruck Ich persönlich habe mich beim Lesen zu jedem Zeitpunkt voll konzentriert, da das Buch große Aufmerksamkeit verlangt. Und genau deswegen halte ich dieses Buch für das beste, welches ich je gelesen habe. Bei manchen der erzählten Ereignisse drehte sich mir der Magen um und bei anderen wurde ich zu Tränen gerührt. Genau diese Verbindung von zwei gegensätzlichen Wirkensweisen macht die Anthologie zu etwas ganz Besonderem. 9.Leseempehlung Man kann das Lesen des Buchs nur empfehlen, allerdings mit der Einschränkung, dass das Buch nicht für jede Altersgruppe geeignet ist. Außerdem sind einige Sachverhalte ohne einen bestimmten Bildungsgrad nur schwer zu verstehen. Ich würde gerne „Viel Spaß beim Lesen!“ wünschen, doch den werden Sie nicht haben. Aber Sie werden unvergessbare Einblicke in menschliche Grausamkeit, menschliches Leid, aber auch die seelische Kraft von Menschen und deren Bemühen um ein menschenwürdiges Dasein für alle gewinnwn. |