BRG Zell am See

Anmeldungen für den Besuch des Gymnasiums im Schuljahr 2012/2013:
Freitag, 10. Feb. 10:30 bis 14:00 Uhr und von Montag 20. Feb. bis Freitag, 2. März jeweils von 7:00 bis 13:30 Uhr im Sekretariat, 1. Stock
Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

BRG Zell am See
aktuelle Termine:

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Marie-Theres Zembacher und Julian Libiseller-Egger sind beim Safer Internet Tag im Parlament in Wien > siehe Artikel

Neueinträge:
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My Exchange Year
Herzliche Gratulation!

Mittwoch,
08.02.2012

gymzell.at
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Die 4g-Klasse besuchte das KZ Mauthausen - in Begleitung von Hofrat Feingold, der selber NS-Opfer ist.

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Der Besuch beginnt im Steinbruch

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Kompetente Führung: Hofrat Feingold - ein Opfer des NS-Terrors

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Steinbruch, im Hintergrund rechts die "Fallschirmspringerwand" 
und links die Todesstiege
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Todesstiege
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Die Betroffenheit ist groß!
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Tor zur Freiheit

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Eindrucksvolle Berichte in den Wohnbaracken des KZ


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Klagemauer
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Die Lagerstrasse in Mauthausen - Apellplatz

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In der Ausstellung

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Das Krematorium

Die 4g-Klasse hatte in diesem Schuljahr den Schwerpunkt "Nationalsozialismus". Im Rahmen des Geschichts- und Religionsunterrichtes wurde dieses Thema intensiv behandelt. Vertiefend dazu wurde im Frühjahr die Ausstellung "Lebensunwertes Leben"  und im Juni das Konzentrationslager Mauthausen besucht. Wir hatten einen absolut kompetenten Begleiter: Hofrat Marko Feingold, der selber als NS-Opfer in mehreren Konzentrationslager über Jahre inhaftiert war. 
Wir möchten uns bei ihm nochmals herzlich für seine tiefgehenden und ergreifenden Berichte bedanken! 

Erfahrungsbericht von 2 Schülerinnen der 4g:

Am Anfang, als wir im Bus saßen, war noch alles sehr locker und wir schwatzten mit der 5s Klasse der HIB, die uns begleitete. Der erste große Schreck überkam uns, als Herr Hofrat Marko Feingold, ein Zeitzeuge, der etliche Konzentrationslager selbst miterleben musste, uns im Bus von dem Alltag im KZ erzählte.
 
Beim Aussteigen in Mauthausen herrschte eine ziemliche Anspannung, die rasch Bedrücktheit wich, als wir den Steinbruch vor dem Konzentrationslager sahen. Hier hatten früher etliche Häftlinge unter miesesten Bedingungen geschuftet, um Steine für die Pläne der Nationalsozialisten heranzuschaffen. Diese Steine waren meist schwerer, als die Häftlinge selbst. Zu dem kommt noch hinzu, dass sie die Steine über die sogenannte Todesstiege hinauf schleppen mussten. Wir kamen auch ohne Felsblöcke ziemlich ins Schwitzen und wir bewunderten den 95 jährigen Herrn Feingold, der trotz seines Alters die Stiege schneller erklomm, als manch einer der Jüngeren. Als ein Schüler den alten Herrn fragte, was das für ein Gefühl sei, wieder über diese Treppe zu gehen, erwiderte er ganz gelassen, es sei nicht viel anders als beim letzten Mal, nur dass er keinen Stein hinauf tragen musste und der ständigen Angst, die jeder Mensch im KZ hatte, nicht ausgesetzt war.
 
Als wir endlich im eigentlichen Konzentrationslager ankamen, herrschte eine Affenhitze, dass man es nun noch schwerer ertragen konnte. Zuerst gingen wir in die ehemalige Wohnbaracke, in der die Häftlinge früher gegessen und geschlafen hatten. Herr Feingold erzählte uns viele Geschichten von früher wie zum Beispiel dass er die vereisten Nägel an der Decke für Sterne hielt. Besonders schockierend waren auch die Betten, die nicht im geringsten Ähnlichkeit mit einem wirklichen Bett hatten. Die KZ-Insassen hatten damals auf Strohsäcken, in einem Bettgestell, geschlafen und selbst im Winter nur dünne Decken gehabt. Die Decken hatten damals ein Karomuster und mussten bei den gemachten Betten genau parallel zum Stockbett und zum Nebenbett abgestimmt werden, sonst gab es Schläge vom Aufseher. Zwischen zwei Wohnbaracken befand sich ein kleiner Waschraum, der auch als Operationssaal diente. Dass dort keine Hygiene zu finden war, ist doch selbstverständlich.
 
Als nächstes besuchten wir das Museum, wo wir uns Geschichten von der Heimkehr der Häftlinge und der Befreiung des Konzentrationslagers, durch die Amerikaner, anhörten und danach sämtliche Informationstafeln durchlasen. Herr Feingold erzählte immer wieder, dass manche Stellen der Erzählungen an den Tafeln nicht der Wahrheit entsprachen und verharmlost dargestellt waren. Danach gingen wir in das unterirdische KZ. Dort befanden sich noch mehr Informationstafeln und wir alle waren sehr angeekelt, als uns Herr Feingold erzählte, dass die Nazis mit den Organen der toten Häftlinge experimentiert haben. Auch sehr erschütternd war, als uns Herr Feingold erzählte, dass er so dünn war, dass ihm die Gedärme fast unten raus  gerutscht waren und dass, wenn er eine Flüssigkeit zu sich genommen hatte, sie sofort wieder rausrann, da er kaum noch Kraft hatte.
 
Danach kam der Teil der Führung, von dem wir alle Angst hatten. Wir kamen zuerst in die Gedenkstelle, in der sehr viele Namen aufgelistet waren. Im gleichen Raum befanden sich auch die Verbrennungsöfen, in denen meist mehrere Leichen gleichzeitig verbrannt wurden. Im Anschluss kamen wir in die Leichenkammer, die inzwischen natürlich leer ist, wo früher aber viele tote Körper gelagert wurden. Direkt hinter dieser Leichenkammer befand sich die Gaskammer, in der tausende von Menschen vergast wurden und ihr Leben ließen. Dies war eine furchtbare Art zu sterben, da man erst nach einigen Minuten das Bewusstsein verlor und erst nach etwa 20-30 Minuten starb. Manche Menschen sahen sogar wie andere vor ihnen starben. Nach einem kurzen Besuch in der Sezierkammer, wo heute nurmehr ein Steintisch steht, verließen wir endlich das Untergeschoss und kehrten zurück an die frische Luft. Damit war die Besichtigung des Konzentrationslagers Mauthausen beendet. Als wir wieder im Bus waren, blickten wir noch einmal auf die unüberwindbaren Mauern des KZs zurück und das war beinahe der schlimmste Augenblick.
 
Der Ausflug ins KZ war sehr lehrreich und interessant, aber auch total schockierend, wenn man bedenkt, wie viele Menschen dort ums Leben kamen. Wir danken nochmals allen Beteiligten, dass sie uns diese Erfahrung ermöglicht haben und unser ganz besonderer Dank geht an Herrn Feingold, der uns das Ganze so erzählt hat, dass wir uns richtig hineinversetzten konnten.
 
Jessica Knöös und Verena Kettner, 4g

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