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Acht Frauen und ein Mord,
so könnte die Kurzfassung dieses französischen Krimis von Robert Thomas lauten: spannend, überaus originell und unterhaltsam.

Acht Frauen und ein Mord,
so könnte die Kurzfassung dieses französischen Krimis von Robert Thomas lauten: spannend, überaus originell und unterhaltsam.

Auf dem Anwesen von Gaby und ihrem Mann Marcel versammelt sich die gesamte weibliche Verwandtschaft zu einem Familienfest. Da wird der Hausherr tot aufgefunden; Selbstmord wegen seiner Geldnöte ist die erste Vermutung, doch ein Messer steckt im Rücken. Schnell wird klar, dass der Mörder eine Mörderin sein muss und sich unter ihnen befindet. Von der Außenwelt völlig abgeschnitten, wollen sie den Fall selbst aufklären! Tochter Catherine nimmt die Ermittlungen auf. Wer hat das getan? Ist eine der acht in der Halle der Villa versammelten Frauen die Mörderin? Die kühle Ehefrau? Das kokette Dienstmädchen? Die vertrocknete Schwägerin? Die mondäne Schwester des Toten?

Robert Thomas wurde 1927 im südfranzösischen Gap geboren und schrieb neben „Die acht Frauen“ auch „Falle“, „Aurelia“ und ,,Diabolo“. „Die acht Frauen“ wurden in Nizza uraufgeführt. Verfilmt worden ist es inzwischen auch, im Jahre 1999 von Francois Ozon mit acht großartigen französischen Schauspielerinnen, darunter fünf, die schon seit längerem zur crème de la crème weiblicher Überzeugungskraft gehören: Danielle Darrieux, Cathérine Deneuve, Isabelle Huppert, Fanny Ardant und Emmanuelle Béart.

Catherine ist die quicklebendige jüngere Tochter des Getöteten und die einzige im Haus, die ihren Vater wirklich aufrichtig liebt - sie ist es ja auch, die die ganze Tragikomödie inszeniert. Sie ist burschikos, liest Abenteuer-, Spionage- und Kriminalromane, und es stört sie sehr, von allen immer als zu jung für alles mögliche angesehen zu werden.

Augustine, eine gealterte Jungfer, ist Marcels verhärmte und gehässige Schwägerin. Sie hat Probleme mit dem Herz, und das in mehr als nur einer Beziehung: Sie legt viel Wert auf stets korrektes Verhalten, zeigt keinerlei Verständnis für die Freude anderer und befürchtet stets, benachteiligt zu werden. Dennoch schlummern in ihr tiefe Gefühle: Ohne dass irgendeine der anderen Frauen etwas davon weiß, leiht sie sich heimlich Liebesromane aus der Bücherei und himmelt insgeheim ihren Schwager Marcel an, schreibt ihm sogar Liebesbriefe, die sie jedoch nicht abschickt. Im Verlauf des Films kommt sie immer mehr aus sich heraus und erhält die Aufmerksamkeit aller, als sie in einem Kleid ihrer Schwester, ohne Brille und mit offenen Haaren die große Treppe im Haus à la Rita Hayworth herabschreitet.

Pierette ist die lebenslustige Schwester des Getöteten Marcel, die schon viele Männer in ihrem Leben hatte und der es nichts ausmacht, sich aushalten zu lassen. Aber auch den Frauen ist sie nicht abgeneigt - sie hat eine geheime Beziehung mit Madame Chanel und bringt gegen Ende des Films auch Gaby auf den Geschmack. Wegen ihres Lebenswandels begegnen ihr die meisten anderen Frauen nur mit schweren Bedenken; daher ist sie für die anderen auch lange die Hauptverdächtige. In der Mordnacht hat sie ihren Bruder heimlich aufgesucht und einen hohen Geldbetrag von ihm erpresst.

Suzon ist die ältere Tochter, sie studiert in England und hat einen Freund, in den sie sehr verliebt ist. Und sie ist schwanger - allerdings von ihrem Vater Marcel (der sich im späteren Verlauf jedoch als ihr nicht-leiblicher Vater entpuppt). Sie ist bereits deutlich erwachsener als ihre kleine Schwester.

Madame Chanel ist die fröhliche Köchin, die auch als Kindermädchen für die beiden Töchter gearbeitet hat. Ihr Geständnis, dass sie lesbisch ist und mit Pierette mehr als nur Karten spielt, schockiert jedoch die anderen. Sie ist auch die einzige im Haus, die Catherines Spiel durchschaut.

Louise ist das scheinbar stille Zimmermädchen, die ihrer Chefin treue Dienste leistet. Stille Wasser sind jedoch tief, und so stellt sich heraus, dass Louise den Job nur wegen ihrer heißen Beziehung mit Marcel bekommen und sie auch einen ähnlichen Männerverschleiß wie Pierette hat. Dennoch ist sie auch Gaby eine ergebene Dienerin, das Verhältnis zu ihrer Chefin ist andeutungsweise fast schon sado-masochistischer Prägung.

Gaby ist die Ehefrau des Ermordeten und das Zentrum sowohl der Familie als auch des Films. Keine andere Figur wird so gründlich und genüsslich demontiert wie die der Gaby. Keine der anderen Schauspielerinnen zitiert sich selbst so häufig in Worten und Gesten wie Catherine Deneuve. Am Anfang mokiert sie sich über den, in ihren Augen, unmoralischen Lebenswandel von Louise und Pierrette. Später erfahren die Zuschauer, dass sie selbst einen Liebhaber hatte. Sie und die Zuschauer erfahren, dass Louise ihre Anstellung aus Untergebenheit zu ihr, Gaby annahm. Gaby beschimpft ihre Tochter, die unehelich schwanger ist, kurze Zeit später stellt sich heraus, dass auch sie, mit eben dieser Tochter, unehelich schwanger war. Gaby mokiert sich ebenfalls über ihre Haushälterin Chanel, als sie erfährt, dass diese den Frauen zugetan ist („Sie sind krank, sie gehören in Behandlung.“). Später gibt sie sich Pierrette, ihrer Schwägerin, in einem innigen Kuss hin. Der Rest der Familie kommt hinzu, die beiden zu beobachten. Dies ist der Moment, an dem Gabys Fassade endgültig niedergerissen ist.

Mamy ist die geliebte Oma, doch schon früh wird deutlich, dass sie einige Geheimnisse birgt: Etwa als sie aus ihrem Rollstuhl aufspringt und Augustine hinterherrennt - „ein Weihnachtswunder“, wie sie der verblüfften Familie mitteilt. Und es stellt sich noch mehr heraus: Die liebe Omi ist nämlich geizig und verweigert ihrem Schwiegersohn die Aktien, die ihm den Hals gerettet hätten (sie behauptet, sie wären ihr gestohlen worden). Auch hat sie immer eine Flasche harten Alkohol im Zimmer und zwitschert gerne mal einen, und ihren Mann, den Oberst, den sie nicht ausstehen konnte, ohne dafür einen Grund zu finden, hat sie vergiftet.

 

 


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